Stromdrehung
Englisch: commutate
Die Richtung eines Stroms umkehren.
Kommutierung: Stromrichtung nach Plan umschalten
Die Kommutierung ist das mechanische oder elektronische Umschalten der Stromrichtung in einem Motor oder Generator. In einer Gleichstrommaschine arbeiten der Kommutator (ein geteilter Ring auf der Rotorwelle) und die Bürsten zusammen, um den Stromfluss durch die Ankerwicklung im genau richtigen Moment umzukehren. So bleibt die magnetische Kraft in eine Richtung wirksam, statt sinnlos hin und her zu pendeln. Ohne Kommutierung würde die Spule oszillieren und kein nutzbares Drehmoment erzeugen.
Bei einem einfachen zweipoligen Gleichstrommotor erfolgt die Kommutierung zweimal pro Umdrehung. Wenn die Ankerwicklung sich dreht und ihre Leiter die Feldgrenze überqueren, schalten die Kommutatorsegmente um, welche Bürste mit welchem Spulensegment in Kontakt ist. Diese Umkehrung stellt sicher, dass der Strom immer durch den Spulenteil fließt, der sich in der richtigen Position befindet, um von den Feldmagneten abgestoßen und zur entgegengesetzten Polseite angezogen zu werden. Die Schaltung erfolgt rein mechanisch und automatisch.
Verschleiß und Leistungsprobleme
Die Kommutatorflächen nutzen sich ab, während die Bürsten daran reiben. Pitting, Riefen und Exzentrizität entstehen über Monate oder Jahre des Betriebs. Ungleichmäßiger Verschleiß kann zu Spannungswelligkeit führen, die Bürstenchatter und Geräusche verursacht. Kohlebürsten selbst verschleißen schneller, wenn die Kommutierung schlecht ist und müssen regelmäßig gewechselt werden. Verschmutzung wie Kohlestaub zwischen den Segmenten kann sauberes Schalten verhindern und zu Funkenbildung führen.
Die Qualität der Kommutierung beeinflusst die Maschineneffizienz und das elektromagnetische Rauschen. Bei Generatoren zeigt sich schlechte Kommutierung als schwankende Ausgangsspannung und verstärkter Bürstenfunkenflug. Bei Motoren äußert sie sich in Drehmomentpulsation, Erwärmung und mechanischen Vibrationen. Manche industrielle Gleichstrommaschinen halten die Kommutierungsqualität durch regelmäßige Bürstenwartung und Kommutaturdreherei (Schleifen der Oberfläche konzentrisch auf einer Drehmaschine) aufrecht, um eine glatte, gleichmäßige Lauffläche wiederherzustellen.
Der Begriff stammt vom lateinischen commutare, was austauschen oder umwechseln bedeutet. In der modernen Elektronik haben Halbleiterschalter in vielen Anwendungen mechanische Kommutatoren ersetzt, aber das Prinzip bleibt gleich: Strom so lenken, dass eine Kraft in eine Richtung wirkt. Das Verständnis, was Kommutierung bewirkt, ist wesentlich für die Fehlerbehebung bei Gleichstrommotoren und die Vorhersage der Komponentenlebensdauer.