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Industrieelektronik

Crossatron

Englisch: crossatron

Ein hochleistungsfähiges gepulstes Modulator-Gerät, eine gasgefüllte Kaltkathoden-Röhre, die nützliche Eigenschaften von Thyratrons, Vakuumröhren und Halbleiter-Leistungsschaltern vereinigt.

Crossatron: Gasröhre, die starke Impulse wie ein Halbleiter schaltet

Ein Crossatron ist eine Kaltkathoden-Gasentladungsröhre, die zum Schalten von hochenergetischen elektrischen Impulsen ausgelegt ist. Anders als ein Thyratron, das eine geheizte Kathode verwendet, ionisiert ein Crossatron das Gas zwischen einer Kaltkathode und einer Anode durch Anlegen einer ausreichend hohen Spannung. Nach der Ionisation leitet das Gas Strom in Durchlassrichtung mit sehr geringer Impedanz. Die Röhre sperrt dann den Rückstrom von Natur aus und verhält sich ähnlich wie eine Diode, kann aber viel größere Spitzenströme und Spannungsspitzen verarbeiten als Halbleiterschalter aus ihrer Zeit.

Das Gerät fand vor allem in gepulsten Radarmodulatoren, Hochenergiephysik-Experimenten und industriellen Schaltanwendungen Verwendung, wo Spitzenströme tausende Ampere erreichten und Impulsdauern von Mikrosekunden bis Millisekunden betrugen. Ein typischer Crossatron konnte 10 bis 50 Kilovolt-Impulse mit Spitzenströmen im Bereich von 1 bis 10 Kiloampere verarbeiten. Die Röhre benötigte keine Glühkathoden-Heizversorgung und vertrug erhebliche Überspannungsübersteuerungen, die einen Halbleiterkristall zerstört hätten, was sie in elektrisch rauen Umgebungen wertvoll machte.

Der Name spiegelt den hybriden Charakter des Geräts wider: es übernahm die Schaltgeschwindigkeit näher an Vakuumröhren, die Rückwärtssperrfähigkeit von Halbleiterdioden und die Impulsbelastbarkeit von Thyratrons. Anders als bei einem Thyratron konnte ein Crossatron nicht zuverlässig durch ein Gitter ausgelöst werden; stattdessen verließ es sich auf die angelegte Spannung selbst, um die Leitung einzuleiten, ähnlich wie bei einer Funkenstrecke oder Durchbruchdiode. Dies vereinfachte die Schaltungsauslegung in manchen Anwendungen, erforderte aber sorgfältige Spannungs- und Impedanzanpassung.

Crossatrons verloren in den 1980er und 1990er Jahren an Bedeutung, als die Halbleiterschaltertechnik reifte. Moderne Thyristoren, ausgelöste Funkenstrecken und Halbleiter-Impulsschalter erfüllen nun gleichwertige Funktionen mit besserer Zuverlässigkeit, längerer Lagerfähigkeit und geringerem Wartungsaufwand. Ältere militärische Radarsysteme und Teilchenbeschleuniger enthalten noch immer betriebsfähige Crossatron-Röhren, aber Austauschgeräte werden nur noch selten hergestellt.

Das Gerät steht historisch zwischen dem Vakuumröhren-Zeitalter und dem Halbleiterzeitalter und stellt eine Kategorie von Hochstromschaltgeräten dar, die den Übergang nicht überstanden haben. Techniker und Ingenieure, die an älteren gepulsten Systemen arbeiten, können auf Crossatrons treffen; die Röhren sind normalerweise in Keramik- oder Metallgehäusen mit festen oder einstellbaren Spannungsabgriffen montiert. Die Leistung hängt entscheidend vom Füllgasdruck und von der Reinheit ab, und Verschleiß oder Gaskontamination führt zu unzuverlässigem Zünden oder zu Sperrausfällen.

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