ACPR
Initialism of adjacent channel power ratio.
ACPR: wie viel ein Sender in benachbarte Kanäle ausstrahlt
Das Adjacent Channel Power Ratio misst die Menge an HF-Energie, die ein Sender in die unmittelbar neben seinem zugewiesenen Kanal liegenden Frequenzbänder ausstrahlt. Es drückt das Verhältnis der Leistung in einem benachbarten Kanal zur Leistung im eigenen Kanal des Senders aus, typischerweise angegeben in Dezibel. ACPR ist eine wichtige Compliance-Kenngröße für Funkgeräte, die im gemeinsam genutzten Spektrum arbeiten, da Störungen von einem Kanal zu seinen Nachbarn die Servicequalität beeinträchtigen oder gesetzliche Grenzen überschreiten können.
Das modulierte Signal eines Senders nimmt eine bestimmte Bandbreite um seine Mittenfrequenz ein, stoppt aber nicht abrupt an den Kanalrändern. Die Flanken des Signals, seine spektralen Ausläufer, erstrecken sich nach außen und überlappen leicht in benachbarte Kanäle. ACPR quantifiziert diesen Überlauf. Bei einem 5 MHz breiten Kanal misst das untere Adjacent Channel Power Ratio (LACPR) die Energie im 5 MHz Band darunter, während das obere Adjacent Channel Power Ratio (UACPR) das Band darüber misst. Die meisten Regulierungsbehörden schreiben einen Mindestwert vor; typischerweise liegen die Werte zwischen 40 dB und 60 dB je nach Funkdienst.
Wo ACPR am kritischsten ist
ACPR wird kritisch in dicht besetzten Spektrumumgebungen, wo Kanäle dicht beieinander liegen. Mobilfunksysteme, WLAN und Landfunkgeräte arbeiten in überlasteten Bändern, wo schlechtes ACPR eines Geräts seine Nachbarn beeinträchtigt. Die Linearität des Leistungsverstärkers, das Modulationsfilter-Design und die Form der digitalen Wellenform beeinflussen alle das ACPR. Ein scharfes, steiles Sendeverband reduziert Überlauf, erfordert aber höhere Konstruktionskomplexität und Kosten; ein sanfteres Filter ist günstiger, riskiert aber regulatorisches Scheitern oder Reklamationen im Feld. Burst-Sender in TDMA-Systemen zeigen möglicherweise schlechteres ACPR während der Ein- und Ausschaltvorgänge als im stationären Betrieb.
Schlechtes ACPR wird häufig auf unzureichende Ausgangsfilterung, Leistungsverstärker-Kompression oder aggressive Modulationsverfahren zurückgeführt, die Daten dicht packen aber breite spektrale Ausläufer erzeugen. Hersteller testen ACPR im Werk mit kalibrierter HF-Testausrüstung und einem Spektrumanalysator oder Vektorsignalanalysator. Die Messung erfordert präzise Frequenzausrichtung und saubere Testbedingungen, um Fehlmessungen durch Umweltstörungen zu vermeiden.
Der Begriff benachbart wird manchmal auf mehr als unmittelbare Nachbarn erweitert. Alternate Channel Power Ratio (ACPR gemessen zwei Kanäle entfernt) wird gelegentlich für Hochleistungssysteme vorgegeben. Der bloße Begriff ACPR bedeutet aber fast immer den nächsten Kanal.