Krause Blattverbitterung
Englisch: curly top
Eine Krankheit von Rüben, Kürbisgewächsen und anderen Pflanzen, häufig verursacht durch das Virus Beet curly top virus, die zu Wachstumsstörungen, Missbildungen und gekräuselten oder runzeligen Blättern führt.
Krausekrankheit: Viruserkrankung, die Blattfrüchte lahmlegt
Die Krausekrankheit ist eine Viruserkrankung, die Rüben, Kürbisse, Melonen, Bohnen, Tomaten und dutzende weitere Kulturen befällt und zu starker Wuchsverzögerung und Blattdeformationen führt. Der Hauptverursacher ist das Beet curly top virus (BCTV), ein Geminivirus, das von der Rübenzikade (Circulifer tenellus) übertragen wird, ein kleines Insekt aus dem Westen Nordamerikas. Befallene Pflanzen entwickeln charakteristisch verdickte, gekräuselte oder runzlige Blätter, die sich nach innen rollen; Blattadern verfärben sich und werden brüchig. Das Wachstum kommt zum Erliegen, und der Ertragsverlust kann in stark befallenen Feldern 100 Prozent erreichen.
Die Rübenzikade infiziert sich mit dem Virus durch Saugen an befallenen Pflanzen und bleibt ein Leben lang Überträger, wobei sie BCTV über Felder und über Jahreszeiten hinweg verbreitet. Die Infektion ist in der frühen Wachstumsphase am schädlichsten; Pflanzen, die im Sämlingstadium dem Virus ausgesetzt sind, leiden unter schwereren Symptomen als später infizierte. Das Virus überwintert in mehrjährigen Wirtsplanzen wie Russischem Distel und anderen wilden Pflanzen in ariden Regionen und ist daher besonders schädlich in bewässerten westlichen Tälern, wo diese Pflanzen neben Kulturflächen gedeihen.
Symptome und Diagnose
Erste Anzeichen treten zwei bis drei Wochen nach Infektion auf: Blattränder krümmen sich nach oben, die Blattspreite wird steif und brüchig, und es entstehen Verfärbungen oder Rotfärbungen zwischen den Blattadern. Bei Zuckerrüben verdicken sich Blattstiele und werden abnorm starr. Befallene Pflanzen bleiben zwergig, und Wurzelfrüchte entwickeln sich nicht richtig. Die Diagnose beruht auf Sichtprüfung vor Ort in Kombination mit Laborbestätigung durch Serologie oder PCR-Tests, besonders wichtig, da andere Viren ähnliche Krausungen verursachen.
Die Bekämpfung konzentriert sich auf die Kontrolle der Zikaden-Vektoren und die Beseitigung von Überwinterungsquellen. Verschiebung des Pflanztermins, Entfernung von Unkräutern neben den Feldern und reflektierende Mulche, die das Insekt verwirren, können den Befallsdruck reduzieren. Einige Sorten zeigen Resistenz oder Toleranz gegenüber BCTV, besonders in Zuckerrübenzuchtstämmen, die in westlichen Bundesstaaten entwickelt wurden, wo die Krankheit heimisch ist. Insektizidbehandlung gegen Zikaden während des kritischen Zeitfensters nach Feldaufgang bietet nur partiellen Schutz, da virushaltige Insekten Pflanzen infizieren können, bevor sie abgetötet werden.