Aphizid
Englisch: aphicide
Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Blattläusen.
Blattlausmittel: Insektizid, das speziell gegen Blattläuse formuliert ist
Ein Blattlausmittel ist ein Insektizid, das speziell formuliert und angewendet wird, um Blattläuse zu bekämpfen. Dabei handelt es sich um weichkörperige Insekten, die sich von Pflanzensaft ernähren und bei warmem Wetter schnell vermehren. Im Gegensatz zu Breitspektrum-Insektiziden sind Blattlausmittel selektiv ausgerichtet, entweder durch Wirkstoffe, die die Blattlaus-Physiologie bevorzugt beeinflussen, oder durch Formulierungen, die Verhaltensunterschiede zwischen Blattläusen und nützlichen Insekten nutzen. Typische Zielorganismen sind Grüne Pfirsichblattläuse, Schwarze Bohnenlauslaus und Blutläuse, die Kulturen vom Getreide bis zum Apfel bis zu Ziergehölzen schädigen.
Blattlausmittel gehören zu verschiedenen chemischen Klassen. Organophosphate und Carbamate wirken als Cholinesterase-Hemmer und werden trotz Toxizitätsbedenken noch verbreitet eingesetzt. Pyrethroid-Formulierungen greifen das Nervensystem des Insekts an und ermöglichen schnelle Abtötung, können aber Raubmilben schädigen. Neonicotinoid-Systemika werden durch Pflanzengewebe aufgenommen, wirken länger im Blattwerk, unterliegen aber in einigen Regionen aufgrund der Umweltbeständigkeit behördlichen Einschränkungen. Ältere Produkte wie Rotenon und Nikotin sind weitgehend verdrängt worden. Natürliche Optionen umfassen Insektenseifen aus Fettsäuren, die die wachsige Kutikula weichkörperiger Insekten beschädigen, sowie Öle, die Eier und erwachsene Insekten überziehen und ersticken.
Anwendungszeitpunkt und Methode bestimmen die Wirksamkeit. Kontakt-Blattlausmittel wirken am besten bei jungen Kolonien, wenn eine vollständige Benetzung kritisch ist. Systemische Produkte gelangen über das Gefäßsystem der Pflanze und schützen das Neuaustrieb über Wochen hinweg, was in der Obstproduktion wertvoll ist, wo die Anwendung vor dem Hauptflugzeitraum erfolgt. Einige Formulierungen enthalten Netzmittel oder Adjuvanzien, um die Haftung und Aufnahme durch Blätter zu verbessern. Saatgutbehandlungen mit Neonicotinoiden schützen Setzlinge im Gewächshausstadium. Resistenzen entstehen schnell bei wiederholten Anwendungen, besonders in Bestandkulturen, daher ist ein Wechsel zwischen chemischen Klassen gängige Praxis.
Feldleistung und Einschränkungen
Die Wirksamkeit hängt von Temperatur, Luftfeuchte und Entwicklungsstadium der Blattlaus ab. Die meisten Kontaktprodukte erfordern direkte Spritzbedeckung und wirken schlecht bei stark befallenen Pflanzen, wo dichte Kolonien jüngere Insekten abschirmen. Regen wenige Stunden nach der Anwendung kann die Wirksamkeit verringern. Hohe Temperaturen beschleunigen den Stoffwechsel und können die systemische Aufnahme verbessern, aber übermäßige Hitze kann zu Pflanzenschäden führen, besonders bei Ölen. Kühle, feuchte Bedingungen begünstigen Blutläuse, die Wachs ausscheiden, das viele Kontaktsprays abweist.
Der behördliche Status unterscheidet sich je nach Region und Kultur erheblich. Neonicotinoide sind in Teilen Europas eingeschränkt oder verboten, bleiben aber in Nordamerika und Asien zugelassen. Der ökologische Landbau schließt synthetische Chemikalien aus, erlaubt aber botanische Extrakte und Mineralöle. Arbeitskräfte, die Blattlausmittel anwenden, sind Expositionsrisiken ausgesetzt, je nach Toxizitätsklasse. Die erforderliche persönliche Schutzausrüstung reicht von Handschuhen bei niedrigtoxischen Seifenprodukten bis zu Atemschutzgeräten bei konzentrierten Organophosphaten. Die Umweltbeständigkeit, besonders von systemischen Produkten in Boden und Wasser, beeinflusst die Produktwahl für integrierte Schädlingsbekämpfungsprogramme zunehmend.