Nut
Englisch: dado
Eine rechteckige Vertiefung in einem Werkstück, die quer zur Faserrichtung eingefräst wird.
Nute: eine quer zur Faserrichtung des Holzes eingesägte Nut
Eine Nute ist eine rechteckige Nut oder ein Kanal, der quer zur Faserrichtung eines Bretts eingesägt wird und normalerweise von einer Kante teilweise oder vollständig über die Breite verläuft. Sie verläuft senkrecht zu den Holzfasern, was sie von einer Nut unterscheidet, die mit der Faser verläuft. Der Schnitt wird normalerweise mit einem Nutensägeblatt oder einem Satz Sägeblätter auf einer Tischkreissäge gemacht und nimmt die Kante oder Feder eines anderen Bretts auf, wodurch eine starke, bündige Verbindung entsteht, die gegen Verformung widersteht.
In der Rahmenbau- und Füllungskonstruktion halten Nuten die Kanten von Füllungen oder Regalen an Ort und Stelle, ohne dass Befestigungsmittel entlang der Verbindungslinie erforderlich sind. Ein Regal, das in eine Nute entlang der Innenseite einer Schrankwange gleitet, sitzt bündig und im Winkel, wenn der Schnitt präzise ist. Die Breite der Nute muss der Dicke des eingehenden Bretts sehr genau entsprechen, normalerweise innerhalb von 0,8 mm, sonst wird die Passung locker oder das Brett klemmt.
Varianten und benachbarte Schnitte
Eine unterbrochene oder verdeckte Nute verläuft nicht über die gesamte Breite des Bretts; sie endet kurz vor einer Kante und hinterlässt massives Holz, das auf der Oberfläche sichtbar bleibt. Dies ist an der Front eines Schranks üblich, wo eine durchgehende Nute sichtbar wäre. Eine durchgehende Nute verläuft komplett über die Breite und ist auf beiden Seiten zu sehen. Eine Falz ist ähnlich, verläuft aber entlang einer Kante; eine Nut verläuft mit der Faser statt quer dazu. Diese Begriffe werden manchmal locker verwendet, aber die Unterscheidung ist für Festigkeit und Optik wichtig.
Das Nutensägeblatt selbst ist ein Satz dünner Hartmetall-Sägeblätter und Abräumer, die auf der Welle gestapelt sind, um einen breiten Kanal in einem Durchgang zu schneiden. Die Blattbreiten reichen von 3 mm bis über 25 mm. Die Vorschubgeschwindigkeit muss kontrolliert werden, um ein Anbrennen der Schnittflanken zu vermeiden, besonders bei Hartholz. Die Nutentiefe, normalerweise ein Drittel bis die Hälfte der Brettdicke, beeinflusst, wie viel Last die Verbindung tragen kann, bevor sich das Regal oder die Füllung durchbiegt.
Präzision beim Anreißen und Sägen der Nute ist entscheidend. Eine zu flach gesägte Nute hinterlässt Spalten; zu tief gesägt und das eingehende Brett setzt sich ab, bevor es vollständig sitzt, was die Schrankabmessungen und den Zusammenbau durcheinanderbringt. Viele Möbelmacher verwenden ein Verschleißbrett hinter dem Werkstück, um Ausrisse auf der Austrittsseite zu vermeiden, besonders bei gemäsertem oder querflaserigem Holz. Der Begriff selbst kommt vom italienischen dado, ursprünglich die untere Wandverkleidung im Renaissance-Innendesign, die mit Paneelen verkleidet und durch vertikale Elemente unterteilt war.