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Elektrotechnik

DECT

Abkürzung für Digital Enhanced Cordless Telecommunications; ein in Europa entwickelter Standard, der hauptsächlich für schnurlose Telefonsysteme verwendet wird.

DECT: der Mobilfunkstandard, der das Bürokabel überflüssig machte

DECT steht für Digital Enhanced Cordless Telecommunications und ist ein Mobilfunkstandard, der im Frequenzband 1880, 1900 MHz arbeitet. Er wurde entwickelt, um analoge Schnurlostelefone durch eine sichere und störungsresistente Alternative zu ersetzen. Anders als ältere Schnurlossysteme, die einfache FM-Modulation auf einem einzelnen Frequenzpaar nutzten, arbeitet DECT mit Time Division Multiple Access (TDMA). Dabei wird ein Kanal in zwölf Zeitschlitze pro Frame aufgeteilt, sodass mehrere Handgeräte und Basisstationen im gleichen Raum nebeneinander arbeiten können, ohne sich gegenseitig zu beeinträchtigen. Eine DECT-Basisstation kommuniziert gleichzeitig mit bis zu sechs Handgeräten und schaltet zwischen ihnen in Millisekunden-Impulsen um.

Der Standard entstand Ende der 1980er Jahre in Europa und wurde 1992 von ETSI (European Telecommunications Standards Institute) offiziell ratifiziert. Er wurde zur dominierenden Schnurlostechnologie in Europa, Asien und Australien, während die Verbreitung in Nordamerika begrenzt blieb, da dort etablierte Altsysteme und andere Regelungen vorherrschten. DECT-Systeme nutzen Frequenzsprungverfahren innerhalb ihres zugewiesenen Bandes, um Interferenzen zu vermeiden und eine grundlegende Sicherheit gegen zufälliges Abhören zu bieten, eine erhebliche Verbesserung gegenüber analogen Schnurlostelefonen, deren Übertragungen mit einfacher Ausrüstung abgehört werden konnten.

Bei einer DECT-Installation im Büro oder in der Industrie besteht die Anlage typischerweise aus mehreren Basisstationen (Repeatern), die über Ethernet oder dedizierte Leitungen miteinander verbunden sind. Dies ermöglicht Übergänge, wenn sich ein Benutzer zwischen Funkzellenbereichen bewegt. Das Handgerät bleibt in der Anlage registriert, und das Anrufrouting wird zentral verwaltet, oft integriert mit einer Telefonanlage oder IP-Telefonanlage. Moderne DECT-Handgeräte arbeiten mit Sendeleistungen zwischen 100 mW und 250 mW und bieten eine Akkulaufzeit von etwa 10 Stunden Sprechzeit oder 100 Stunden Standby.

DECT versus andere Mobilfunktechnologien

DECT unterscheidet sich grundlegend von mobilen Mobilfunknetzen: Es ist für die Nutzung im näheren Bereich und in Gebäuden konzipiert (typische Reichweite 50, 300 Meter je nach Hindernissen und Leistungseinstellung), nicht für flächendeckende Abdeckung. Es unterscheidet sich auch von WiFi-basierter VoIP dadurch, dass DECT eine dedizierte, verzögerungsarme Verbindung aufrechterhält, die von der Basisstationsinfrastruktur verwaltet wird, statt sich auf gemeinsame Datennetze zu verlassen. Viele Industriebetriebe schätzen DECT gerade wegen dieser Zuverlässigkeit: Die Sprachqualität bleibt stabil, auch wenn die Datennetze überlastet sind.

Zuverlässigkeitsprobleme bei DECT-Systemen entstehen typischerweise durch unzureichende Basisstationsdichte (führt zu Gesprächsabbrüchen), Störungen durch Mikrowellenherde oder 2,4 GHz Industriegeräte (obwohl DECT in einem höheren Band arbeitet) oder Akkuverschleiß in Handgeräten. Die Technologie bleibt sinnvoll für Umgebungen, in denen Mitarbeiter schnurlose Kommunikation benötigen, aber nicht über ein Gelände oder eine Fabrik hinaus mobil sein müssen. Ihr Markt ist in Konsumentensegmenten geschrumpft, da Mobiltelefone allgegenwärtig wurden, doch DECT hält sich in Krankenhäusern, Lagern, Fertigungsbetrieben und großen Bürokomplexen, wo dedizierte Infrastruktur die Investitionskosten rechtfertigt.

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