Erschöpfung
Englisch: depletion
Allmählicher Verbrauch oder Nutzung natürlicher Ressourcen im Laufe der Zeit.
Abbau: die bilanzielle Wertminderung gewonnener Ressourcen
Abbau ist die systematische Wertminderung eines Bergbau- oder Förderunternehmens, während seine endliche Ressource aus dem Boden gewonnen wird. Anders als Abschreibung, die den Verschleiß von Ausrüstungen abbildet, erfasst Abbau die schrumpfende Reserve selbst. Wenn ein Bergwerk Erz, Holz, Öl oder andere nicht erneuerbare Materialien fördert, wird das verbleibende Vorkommen kleiner und weniger wertvoll. Die Abbaukosten werden in der Bilanz erfasst, um die Kosten für den Erwerb der Ressource mit den Einnahmen abzustimmen, die sie generiert.
Die Berechnung hängt von der Schätzung der insgesamt gewinnbaren Reserven zu Betriebsbeginn ab. Kauft ein Bergbauunternehmen eine Liegenschaft für 10 Millionen Euro und geologische Erhebungen bestätigen 1 Million Tonnen abbaubares Erz, liegt die Abbaurate bei 10 Euro pro Tonne. Wenn der Betrieb im ersten Jahr 100.000 Tonnen fördert, betragen die Abbaukosten 1 Million Euro. Wenn geologische Arbeiten die Reservenschätzung später nach oben oder unten korrigieren, passt sich die Abbaurate künftig an. Dies macht die Reservenschätzung zu einer der wesentlichsten Bilanzierungsentscheidungen in der Förderindustrie.
Abbau gegenüber Abschreibung
Abbau und Abschreibung laufen häufig parallel in demselben Betrieb. Ein Bergbauunternehmen schreibt sein Mühlengebäude, Ausrüstungen und Infrastruktur über ihre Nutzungsdauer ab, typischerweise 10 bis 30 Jahre. Parallel baut es den Erzlagerstättenkörper basierend auf geförderten Mengen ab. Eine einzelne Mine kann in einem Geschäftsjahr sowohl 500.000 Euro an Abbau als auch 300.000 Euro an Abschreibung zeigen. Abbau widerspiegelt die Förderrate; Abschreibung widerspiegelt Zeit und Nutzung.
Steuerjurisdiktionen handhaben Abbau unterschiedlich. Einige erlauben prozentuale Abbaugutschriften, einen festen Prozentsatz der Bruttoeinnahmen, unabhängig von tatsächlich verbrauchten Reserven. Andere verlangen Kostenabbau, die Methode gebunden an geologische Reserven. Öl- und Gasproduzenten in den USA profitieren häufig von Abbaugutschriften, die die tatsächliche Ressourcennutzung übersteigen, was einen spezifischen Steuervorteil für Förderunternehmen schafft. Bergbauunternehmen müssen diese Regelungen sorgfältig beachten, da sie sich direkt auf ausgewiesenen Gewinn und Steuerhaftung auswirken.
Abbau ist am wichtigsten, wenn Reserven klar begrenzt sind: Hartgesteinsbergwerke mit definierten Erzlagerstätten, Ölfelder mit nachgewiesenen Reserven, Holzkonzessionen mit bekanntem stehenden Bestand. Er ist weniger relevant bei Betrieben mit praktisch unbegrenztem Angebot, wie Kiesgruben, die aus breiten geologischen Formationen fördern. Der Begriff stammt aus der Ressourcenbilanzierung und bleibt zentral für die Bewertung von Förderunternehmen, da eine Mine ohne Reserven lediglich ein Grundstück ist.