DET
Abkürzung für Digital Event Timer.
DET: präzise Zeitmessung für die Prüfung von Flugzeugsystemen
Ein digitales Ereignistimer ist ein elektronisches Messinstrument, das den genauen Zeitpunkt aufzeichnet, zu dem diskrete elektrische Ereignisse in den Systemen eines Flugzeugs auftreten, typischerweise mit einer Genauigkeit im Mikrosekunden- oder Millisekundenbereich je nach Spezifikation des Geräts. In der Wartungshalle dient ein DET als Nachweis, dass ein System auf einen Befehl zum erwarteten Zeitpunkt reagiert hat, oder zeigt auf, warum dies nicht geschehen ist. Bei der Fehlerbehebung von Intermittenzausfällen beim Autopilot-Engagement, bei der Fahrwerkssequenzierung oder in Feuermeldekreisen verbinden Wartungstechniker einen DET, um Signalzeitbeziehungen zu überwachen, die ein einfaches Multimeter nicht erfassen kann.
Moderne DETs sind in größere Flugzeugprüfstationen integriert oder werden als tragbare Einzelgeräte verkauft. Ein Techniker konfiguriert das Gerät so, dass es einen bestimmten Pin, eine Busleitung oder einen diskreten Draht überwacht, legt Schwellenwertspannungen und ein Zeitfenster um ein erwartetes Ereignis fest. Wenn das überwachte Signal diesen Schwellenwert überschreitet, erfasst der Timer einen Zeitstempel und speichert diesen im Speicher oder zeigt ihn auf dem Bildschirm an. Mit mehreren Kanälen können mehrere zusammenhängende Signale gleichzeitig überwacht werden, sodass ein Techniker sehen kann, ob eine Fahrwerkswähler-Eingabe vor dem Hydraulikpumpen-Befehl ankommt, wie das Design es vorsieht.
Varianten und Datenspeicherung
Ältere analoge Ereignistimer verwendeten eine rotierende Trommel und einen mechanischen Schreiber, um die Signalaktivität aufzuzeichnen. Digitale Entsprechungen speichern auf Festspeicher und geben Daten an einen Computer aus oder drucken über integrierte USB- oder Serienschnittstellen auf Papier. Einige DETs sind verstärkt für den Feldeinsatz in nicht druckbelüfteten Frachtluftschächten oder äußeren Antennenschächten ausgeführt; andere bleiben Tischgeräte. Auflösung, Kanalzahl und Speichertiefe variieren erheblich. Ein einfaches Gerät kann eine Auflösung von 100 Mikrosekunden und 4 Kanäle bieten; ein ausgefeiltes Avionikapprüfgerät kann Nanosekunden-Zeitmessung und 32 Kanäle mit mehreren Stunden kontinuierlicher Aufzeichnung liefern.
Häufige Ausfallmodi sind Bleikorrosion an Sondenkontakten, durch die der DET niederamplitudige Transienten übersieht, und Softwarekonfigurationsfehler, bei denen die Schwellenwertspannung zu hoch oder zu niedrig für den tatsächlichen Stromkreis eingestellt ist. Ein Techniker muss auch die Kabel-Ausbreitungsverzögerung bei der Zeitmessung über lange Kabelstränge berücksichtigen; das Signal kann am Testpunkt leicht später ankommen als das tatsächliche Ereignis am Quellbauteil.
Der Begriff "digitales Ereignistimer" spiegelt den Wechsel von mechanischer zu elektronischer Zeitmessung in den 1980er und 1990er Jahren wider. In der Flugzeugwartung nehmen DETs eine Mittelposition zwischen einfachen Go-nogo-Testkästen und vollwertigen Motor- oder Avionikapprüfständen ein. Sie sind wesentlich, wenn Reproduzierbarkeit wichtig ist: ein Fehler, der alle hundert Stromzyklen einmal auftritt, ist für ein Voltmeter unsichtbar, aber für einen DET mit aktivierter Übernacht-Aufzeichnung offensichtlich.