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Kfz-Technik

Hub verkürzen

Englisch: destroke

Verringerung oder Verkürzung des Kolbenhubs eines Motors.

Destroke: Den Kolbenhub verkürzen für höhere Drehzahlen

Destroke bedeutet, den Hub eines Motors zu verkürzen. Das heißt, man reduziert die Strecke, die der Kolben zwischen dem oberen und unteren Totpunkt zurücklegt. Das erreicht man durch den Einbau einer kürzeren Kurbelwelle mit kleinerem Hubradius (der Abstand von der Kurbelachse zum Kurbelzapfen). Das Ergebnis ist eine höhere maximale Drehzahl des Motors, da die Kolbengeschwindigkeit auch bei steigender Drehzahl in sicheren Grenzen bleibt. Ein Destroke verändert auch das Bohrung-zu-Hub-Verhältnis und macht den Motor üblicherweise oversquare, was hochdrehende Motoren begünstigt statt niedriger Drehmomententwicklung.

Die häufigste Methode nutzt eine Kurbelwelle mit reduziertem Hubradius, meistens speziell geschmiedet oder aus einer anderen Motorenfamilie beschafft. Ein 383-Kubikzoll-Small-Block von Chevrolet könnte beispielsweise mit einer Kurbelwelle mit 3,0 Zoll Hub statt der serienmäßigen 3,48 Zoll verkürzt werden. Kombiniert man das mit der ursprünglichen Bohrung von 4,03 Zoll, erhält man einen 378-Kubikzoll-Motor mit deutlich höherer Drehzahlgrenze. Alternativ bearbeiten einige Tuner eine vorhandene Kurbelwelle, was aber sorgfältige Arbeit erfordert, um Ausgewogenheit und Festigkeit zu bewahren.

Destroke ist vor allem in Renn- und Hochleistungsanwendungen sinnvoll. Straßenautos profitieren selten davon, weil ein kürzerer Hub weniger Hubraum und weniger Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen bedeutet. Der Kompromiss ist eindeutig: Man gewinnt Drehzahlbereich und maximale Leistung, verliert aber Hubraum und mittleres Drehmoment. Der Motorraum und die Kühlung können sich auch leicht verbessern, weil eine kompaktere Kurbelwelle eine engere Motorgeometrie ermöglicht.

Die Gewichtung wird entscheidend. Eine reduzierte Hubstange senkt die rotierende Masse an den Kurbelzapfen, aber die inneren Motorkomponenten und der Schwungrad oder die Flexplate müssen immer noch richtig abgestimmt sein. Fehlerhafte Gewichtung bei destroked Motoren führt zu Vibrationen, Lagerverschleiß und vorzeitigem Ausfall. Die Grenzen der Kolbengeschwindigkeit gelten weiterhin: Die meisten Grauguss-Blöcke können nicht sicher über 4500 Fuß pro Minute hinaus betrieben werden, was begrenzt, wie weit die Hubverkurzung gehen kann, ohne sichere Drehzahlgrenzen zu überschreiten.

Der Begriff Destroke ist in der formalen Fachliteratur weniger verbreitet als Hubverkurzung, kommt aber durchgehend in Hot-Rod- und Renn-Motor-Fachsprache vor. Er beschreibt eine absichtliche Änderung und nicht eine werkseitige Konstruktionsentscheidung. Die gegenteilige Operation, das Stroking eines Motors durch Einbau einer längeren Kurbelwelle, erhöht den Hubraum und das niedriges Drehmoment, kostet aber die maximal sichere Drehzahl.

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