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Fertigung

ausstanzen

Englisch: die-cut

Mit Stanzwerkzeugen schneiden; eine Stanze verwenden, um dünne Materiallagen zu scheren.

Stanzschnitt: Material durch Kraft, nicht durch Klinge formen

Stanzschnitt ist ein Hochdruck-Scherverfahren, das geformte Löcher oder Schnitte durch schwachfeste Materialien stanzt, indem eine gehärtete Stahlform, die sogenannte Stanze, mit reiner Abwärtskraft auf den Werkstoff gepresst wird. Anders als eine Klinge, die gleitet, sitzt eine Stanze flach auf dem Material und schneidet durch reinen Druck nach unten. Das Verfahren funktioniert bei Papier, Karton, Leder, dünnem Gummi, Kunststofffolie und Filz, Materialien, die sauber brechen, ohne zu reißen oder auszufransen, wenn sie getroffen statt durchgeschnitten werden.

Eine Stanze besteht aus einem Stahlstempel in der genauen gewünschten Form, der auf einer Trägerplatte befestigt ist, mit einer Auswerferplatte darüber, um das Verschnittmaterial nach jedem Schnitt herauszudrücken. Das Material sitzt auf einer Grundplatte, und die Stanze fährt unter hydraulischer oder mechanischer Kraft nach unten, die von wenigen Tonnen für dünnes Papier bis über 50 Tonnen für dicken Karton reicht. Bei der Rotationsstanzerei umhüllt die Stanze einen Zylinder und läuft kontinuierlich durch eine Bahn, wobei Material automatisch zugeführt und ausgeworfen wird. Flachbettstanzmaschinen bearbeiten jeweils ein Teil und sind in Konvertierungswerkstätten verbreitet, wo häufig individuelle Formen gefordert sind.

Häufige Ausfallarten sind stumpfe Stanzkanten, die eher reißen als sauber zu schneiden und so hohen Auswurfaufwand erfordern, dass sich die Trägerplatte durchbiegt und die Schnitte schief werden. Die Grundplatte verschleißt allmählich, wenn die Stanze ständig darauf schlägt; sie muss je nach Produktionsmenge alle paar Monate nachgearbeitet werden. Auswerffedern ermüden nach Millionen von Zyklen und lassen Verschnitt auf der Stanze kleben. Druckeinstellungen sind entscheidend: zu gering und der Schnitt ist unvollständig; zu hoch und die Stanze bricht oder das Material wird gequetscht statt geschnitten.

Der Name kommt daher, dass man mit einer Stanze schneidet, nicht in einer Stanze wie bei einer Stanzpresse. In der Praxis wird das Verb locker verwendet: ein Etikett wird aus einer Rolle gestanzt, eine Dichtung wird aus Gummiblech gestanzt, ein Fenster wird aus einem Kartonzuschnitt gestanzt. Der Begriff wird auch als Substantiv für das Werkzeug und das fertige Teil verwendet: "das Fenster ist ein Stanzteil" bedeutet, dass es mit einem Stanzwerkzeug hergestellt wurde.

Stanzschnitt liegt zwischen Präzisionsstanzerei und manueller Bearbeitung im Fertigungsprozess. Es ist schneller und billiger als Stanzen für kleine Serien, weil Stanzwerkzeuge einfach und schnell herzustellen sind, aber viel schneller als Handwerkzeuge für mittlere Stückzahlen. Es erfordert enge Toleranzen bei der Materialdicke, weil der Druck konstant ist; dünne Stellen schneiden sauber, während dicke Stellen sich verklemmen. Faserverlauf und Richtung spielen auch eine Rolle: einige Materialien schneiden besser längs zur Faser, andere quer, und Stanzenhersteller müssen Kriechen und Rückfederung berücksichtigen.

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