Doktormesser
Englisch: doctor blade
Metallklinge in der Drucktechnik zum Abstreifen von überschüssiger Farbe oder Toner von der Druckwalze.
Rakel: der Schaber, der die Farbe an ihrem Platz hält
Eine Rakel ist ein dünner, flacher Metall- oder Kunststoffstreifen, der unter Spannung gegen einen rotierenden Zylinder oder eine Walze gehalten wird, um überschüssiges Material zu entfernen. Im Druck schabt sie überschüssige Farbe von einer Aniloxwalze oder dem Druckzylinder; in Kopiergeräten und Laserdruckern reinigt sie zurückgebliebenes Toner vom Fotoleiter-Trommeln. Die Rakel sitzt in einem präzisen Winkel, üblicherweise 30 bis 45 Grad, mit einem Druck gemessen in Gramm pro Zentimeter Länge. Edelstahl und gehärteter Federstahl sind Standardmaterialien, gewählt wegen ihrer Verschleißfestigkeit und der Fähigkeit, eine scharfe Kante unter ständigem Kontakt zu halten.
Der Name ist Industriegeschichte. Niemand kennt die genaue Herkunft, obwohl der Begriff bei Papiermaschinen ab den 1930er Jahren auftaucht. Eine Erklärung schreibt die Erfindung einem Papiermacher namens Doctor zu; eine andere besagt, dass sie ihren Namen verdient, weil sie Druckfehler "heilt", indem sie unerwünschte Farbablagerungen entfernt. Der Begriff setzte sich über mehrere Gewerke hinweg durch und ist heute die universelle Bezeichnung für jeden Präzisions-Schaberkeil an rotierenden Oberflächen.
Richtige Einstellung erfordert präzise Rakelgeometrie und Befestigung. Die Rakel muss im korrekten Winkel sitzen und gleichmäßigen Kontakt über ihre gesamte Breite halten, sonst entstehen Streifen und ungleichmäßige Reinigung. Zu geringer Druck hinterlässt Farbreste; zu hoher Druck beschleunigt Rakelverschleiß und kann den Zylinder beschädigen. Die meisten Systeme ermöglichen ein Vorschieben der Rakel, einen Mechanismus, der die Rakel vorwärts drückt, wenn ihre Kante rund und stumpf wird. Dies verlängert die Lebensdauer von Wochen auf mehrere Monate, abhängig von Druckgeschwindigkeit und Farbtyp.
Rakelausfälle zeigen sich als Linien oder Flecken im Druckbild, Farbaufbau auf der Walze oder Ablagerungen auf dem Papier. Ausfallarten sind Kantenschäden, verursacht durch harte Partikel oder Verschmutzung in der Farbe; Oberflächenglättung, bei der die Rakelkante poliert und stumpf wird; und mechanische Schäden durch Fehlausrichtung bei der Montage. Regelmäßige Kontrolle und richtige Farbfiltration verhindern vorzeitigen Verschleiß.
Rakeln finden sich überall dort, wo Rotationsdruck stattfindet: bei Litho- und Flexodruck, Tiefdruckmaschinen, Etikettendrucksystemen und digitalen Tonergeräten. Jede Anwendung erfordert unterschiedliche Rakelmaterialien und Stärken. Im Tiefdruck kommen üblicherweise Rakeln unter 0,1 mm Stärke für feine Details zum Einsatz; beim Flexodruck können Kunststoffrakeln auf Stahlträgern für Haltbarkeit bei hohen Druckgeschwindigkeiten verwendet werden. Die Rakel ist kostengünstig und austauschbar, aber ihr Zustand bestimmt direkt die Druckqualität und Produktionseffizienz.