Dongle
Englisch: dongle
Ein Hardwaregerät, das von einer bestimmten Anwendung für Kopierschutzzwecke verwendet wird.
Dongle: Hardwaredongle, der Software an einen physischen Schlüssel bindet
Ein Dongle ist ein physisches Gerät, das sich über USB, Parallelport oder Netzwerkverbindung an einen Computer anschließt und als Lizenzierungsmechanismus dient. Die Host-Software prüft vor dem Start, ob der Dongle angesteckt ist. Ohne den Dongle läuft die Software entweder gar nicht oder nur in einem stark eingeschränkten Demo-Modus. Das Gerät selbst enthält verschlüsselte Firmware oder einen Mikrochip, der auf Authentifizierungsabfragen der Software antwortet.
Der Dongle-Schutz war in den 1980er und 1990er Jahren besonders verbreitet bei teurer CAD-Software, Engineering-Tools und industriellen Steuerungsanwendungen, bei denen eine einzelne Lizenz tausende Euro kosten konnte. Parallel-Port-Dongles dominierten diese Zeit; USB-Varianten wurden Standard, nachdem dieser Port die älteren Verbindungen ersetzte. Netzwerk-Dongles, die sich über einen zentralen Server statt über ein lokales Gerät authentifizieren, sind die moderne Variante für verteilte Lizenzen auf mehreren Arbeitsplätzen in einer Anlage.
In der Praxis schuf der Dongle-Schutz erhebliche Betriebsprobleme. Die Geräte konnten ausfallen oder beschädigt werden und sperrten dann den Zugriff auf wichtige Software mitten in einem Projekt. Der Austausch eines defekten Dongles erforderte oft, den Hersteller zu kontaktieren und tagelang oder wochenlang zu warten. Viele Industriebetriebe hielten Reservedongle vor, um Produktionsausfälle zu vermeiden. Die Parallel-Port-Versionen waren besonders anfällig und nicht mit modernen Computern kompatibel, was Altsoftware ohne Hardware-Adapter oder Emulation zunehmend unbrauchbar machte.
Warum der Name zählt
Der Begriff Dongle stammt aus der Computing-Welt der 1980er Jahre als spöttische Diminutiv, die andeutet, dass etwas Kleines, Unbeholfenes und Unnötiges am hinteren Ende einer Maschine herumbaumelt. Der Name blieb haften, obwohl die Geräte für die Anbieter alles andere als unnötig waren. Der Begriff hat sich seither verbreitert und beschreibt nun jeden kleinen Hardware-Adapter, doch seine ursprüngliche Bedeutung im Kopierschutz ist in industriellen Diskussionen zur Software-Lizenzierung tief verankert.
Die meiste kommerzielle Software ist von physischen Dongles zu Cloud-basiertem Lizenzmanagement, Abo-Modellen und digitalem Rechteschutz übergegangen. Der Dongle-Schutz besteht aber in spezialisierten Industriesektoren weiter, wo Offline-Betrieb entscheidend ist, wo Softwarelizenzen an spezifische Hardware-Konfigurationen gebunden bleiben müssen, oder wo die Tools alt genug sind, dass das ursprüngliche Lizenzmodell des Anbieters immer noch wirksam ist.