Notrad
Englisch: donut spare
Ein Ersatzreifen in verminderter Größe, bestehend aus Reifen und Felge, den Fahrzeughersteller im Notfall anstelle eines vollwertigen Reifens bereitstellen.
Notrad: Das schmale Ersatzrad, mit dem du nicht weit fahren solltest
Ein Notrad ist eine kompakte Radanlage, normalerweise 15 bis 17 Zoll im Durchmesser, die unter dem Fahrboden oder im Kofferraum eines Fahrzeugs als vorübergehender Ersatz für einen beschädigten oder platten Reifen passt. Es besteht aus einem schmaleren Reifen (oft 125 bis 155 mm breit, im Vergleich zu 205 mm oder mehr bei Standardreifen) auf einer leichten Stahlfelge oder Alufelge. Der Reifen selbst ist normalerweise eine Diagonalreifen-Ausführung statt Radialreifen und prioritiert Kompaktheit vor Fahreigenschaften.
Hersteller führten Noträder ab den 1970er Jahren als Gewichts- und Kosteneinsparungsstrategie ein. Eine komplette Ersatzradanlage wiegt 40 bis 50 Pfund; ein Notrad wiegt rund die Hälfte. Diese geringere Masse reduziert das Fahrzeuggewicht, verbessert die Verbrauchswerte und senkt die Herstellungskosten. Moderne Limousinen und Crossover-Modelle haben fast durchweg Noträder statt vollwertiger Ersatzräder an Bord, obwohl manche Performance-Fahrzeuge und Lastkraftwagen noch Vollgummireifen mitführen.
Geschwindigkeits- und Distanzbegrenzungen
Notreifen haben strikte Grenzen. Die meisten Hersteller geben eine Höchstgeschwindigkeit von 50 mph (80 km/h) und eine maximale Strecke von 50 bis 70 Meilen (80 bis 110 km) an. Diese Grenzen bestehen, weil der schmale Reifen unter Last stärker nachgibt, Hitze erzeugt und das Platzerrisiko erhöht; die leichtere Konstruktion hält weniger Belastung aus. Überschreitung dieser Grenzen hat zu Laufflächenablösungen, plötzlichem Reifenausfall und Kontrollverlust geführt. Viele Fahrzeugführer ignorieren diese Warnungen, was zu Pannen und Unfällen führt.
Die Fahreigenschaften und Bodenhaftung verschlechtern sich merklich mit einem Notrad. Die schmale Aufstandsfläche und weichere Flanken erzeugen stärkeres Karosserierollen in Kurven, längere Bremswege (besonders auf nasser Fahrbahn) und verminderten Grip beim Beschleunigen. Tractioncontrol und Stabilitätssysteme können sich unvorhersehbar verhalten, wenn drei Vollgummireifen und ein Notrad montiert sind, da das Ersatzrad mit anderer Drehzahl läuft und unterschiedliche Schlupfmerkmale erzeugt.
Der praktische Nutzen des Notrads liegt darin, dass man damit langsam zur Werkstatt oder zum Reifen-Austauschbetrieb fahren kann, statt auf Pannenhilfe zu warten. Manche Fahrzeugführer und Flottenbetreiber verzichten heute ganz auf Ersatzräder und nutzen stattdessen Reifenreparatursets und tragbare Elektropumpen; sie sehen das Notrad als veraltet an. Aber für Fahrer ohne Pannenhilfe-Versicherung oder in abgelegenen Gegenden bleibt ein Notrad immer noch besser als Immobilität.