Drive-by-wire
Englisch: drive-by-wire
Die Verwendung von elektrischen oder elektromechanischen Systemen zur Ausführung von Fahrzeugfunktionen, die traditionell durch mechanische Verbindungen erfolgen.
Drive-by-Wire: Elektronische Steuerung ersetzt mechanische Züge
Drive-by-Wire bezeichnet den Ersatz mechanischer Verbindungen, Züge und Hydraulikleitungen zwischen den Fahrzeugbedienelementen und den Betriebssystemen durch elektronische Signale und Stellglieder. Wenn der Fahrer das Gaspedal bewegt, das Lenkrad dreht oder die Bremse betätigt, erfassen Sensoren diese Eingabe und senden elektrische Signale an Steuergeräte (ECUs), die dann Elektromotoren oder Magnetventile anfordern, um die eigentliche Arbeit auszuführen. Die mechanische Verbindung ist unterbrochen, nur Informationen fließen zwischen Ein- und Ausgang.
Die häufigste Anwendung ist Gaspedalstellung-by-Wire bei Benzinmotoren. Ein Potentiometer im Gaspedal sendet ein der Pedalstellung proportionales Spannungssignal an den Motormanagement-Computer, der Kraftstoffeinspritzung und Zündzeitpunkt unabhängig von einem direkten Zug zur Drosselklappe einstellt. Diese Entkopplung ermöglicht es dem Steuergerät, die Fahrereinput bei Traktionskontrolle, Fahrstabilität und Emissionsmanagement zu überschreiben. Die elektrische Servolenkung, inzwischen Standard bei den meisten Neufahrzeugen, ist ein weiteres etabliertes Beispiel. Die Lenksäule verbindet sich mit einem Sensor; ein eigenes Steuergerät verarbeitet diese Eingabe zusammen mit Fahrzeuggeschwindigkeit, Gierrate und Lenkwinkel-Rückmeldung und beauftragt dann einen bürstenlosen Elektromotor, Kraft auf die Lenkstange auszuüben.
Zuverlässigkeit und Ausfallmuster
Drive-by-Wire-Systeme bringen Redundanzanforderungen mit sich, die es bei mechanischen Konstruktionen nicht gibt. Ein gerissener Zug fällt sofort sichtbar aus; ein elektrischer Fehler kann intermittierend, verborgen oder durch teilweise Signalverschlechterung maskiert sein. Produktionssysteme nutzen zweikanal- oder dreikanal-Architektur für sicherheitskritische Funktionen. Bremsen-by-Wire, die anspruchsvollste Variante, arbeitet typischerweise mit zwei unabhängigen Stromkreisen, jeder mit eigenem Steuergerät, Magnetventilen und Pumpe, sodass der Ausfall eines Kanals die Bremsanlage nicht außer Betrieb setzt. Die Fehlerdiagnose wird schwieriger: Ein Fahrer, der von "Verzögerung beim Beschleunigen" berichtet, kann auf einen Sensor-Offset, einen Kommunikationsbus-Fehler, einen Softwarekalibrierungsfehler oder einen verschleißenden Stellmotor hindeuten, alles unsichtbar ohne Diagnosegerät.
Der Begriff "Drive-by-Wire" entlehnt die Terminologie von Flugzeugen-Fly-by-Wire-Systemen, die elektronische Flugzeugregelung in den 1980er Jahren Pionierarbeit leisteten. Die Analogie wirkt überzeugend, weil beide mechanische Verbindungen eliminieren und auf aktive elektronische Verwaltung angewiesen sind, aber die Automobilanwendung sieht sich Randbedingungen der Luftfahrt gegenüber: Kostendrück erfordert einfachere Redundanzkonzepte, große Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen in Motorraum und Fahrgastzelle sowie die Notwendigkeit, Rückwärtskompatibilität mit 12-Volt-Elektrik bei Fahrzeugen zu wahren, die Jahrzehnte früher konstruiert wurden.
Die Einführung war allmählich und funktionsspezifisch. Gaspedalstellung-by-Wire ist jetzt universell bei modernen Benzin- und Dieselmotoren. Lenk-by-Wire bleibt in der Serienproduktion selten, obwohl einige Luxus- und Elektrofahrzeuge es anbieten. Bremsen-by-Wire ist auf Hybrid- und Elektroanträge beschränkt, wo es Rekuperationsbremsung integriert. Fahrwerksteuerung und Getriebegang-Wechsel werden typischerweise durch Elektronik gehandhabt, die auf hydraulische oder elektromechanische Stellglieder wirkt, statt reiner Wire-Systeme, und nehmen eine Mittelposition zwischen vollständigem Drive-by-Wire und traditioneller mechanischer Steuerung ein.