Fay
Englisch: fay
Von Holzteilen: eng beieinander liegen.
Fug: Holzverbindungen ohne Spalten
Fugen bedeutet, zwei Holzstücke so dicht zusammenzupassen, dass sie bündig anliegen und keine sichtbaren Spalten entstehen. Die Verbindung muss so präzise sein, dass kein Licht hindurchdringt, und die Flächen müssen exakt aufeinander passen. Das ist Grundlagenarbeit in Zimmerei, Schreinerei und Holzrahmenbau, wo Tragfähigkeit und Witterungsbeständigkeit beide von dichten Fugen abhängen.
Der Begriff kommt vor allem in traditionellem Holzrahmenbau und Schiffbau vor, wo gefugte Verbindungen Lasten tragen oder Wasser abweisen müssen. Eine gefugte Fuge setzt voraus, dass beide Anlageflächen flach, rechtwinklig oder komplementär gekrümmt sind. Wenn ein Stück verzogen ist oder der Schnitt ungenau, wackelt die Fuge oder es entstehen Spalten; das Holz muss dann erneut gehobelt oder mit Keilen nachgearbeitet werden, um eine Fuge zu erreichen. In der modernen Serienfertigung kann eine CNC-Maschine die Toleranzen halten, die nötig sind, um große Stückzahlen dauerhaft zu fugen.
Fugen unterscheidet sich vom bloßen Zusammendrücken zweier Teile. Es bedeutet, dass die Flächen so gut aufeinander passen, dass sie auf ihrer ganzen Fläche aufliegen, nicht nur an den Kanten oder Erhebungen. Bei Holzverbindungen, die geleimt werden, ist eine gute Fuge unverzichtbar: Der Leim verteilt sich gleichmäßig und die Verbindung erhält volle Festigkeit. Bei ungeleimten oder mechanischen Verbindungen verhindert Fugen Bewegungen und Rattern.
Das Wort stammt aus dem Altfranzösischen fayer und bedeutet passen oder entsprechen. Es lebt vor allem in Holzhandwerksbranchen und in technischen Normen für Holzbau. Metallarbeiter und Ingenieure verwenden ähnliche Begriffe, wenn sie von Flächen sprechen, die greifen oder sitzen. Das Prinzip ist das gleiche: Präzisionssitz, nicht Kraftsitz.