Sattelkupplung
Englisch: fifth wheel
Eine Art Anhängerkupplung, bestehend aus einer hufeisen förmigen Platte auf einem multidirektionalen Drehgelenk mit Verriegelungsstift zum Koppeln mit dem Königzapfen eines Sattelaufliegers.
Sattelkupplung: der Drehzapfen für die Verbindung von Zugmaschine und Anhänger
Eine Sattelkupplung ist ein auf dem Rahmen einer Zugmaschine oder eines Lastkraftwagens montiertes Kupplungselement, das sich auf den Kupplungszapfen (Kingpin) eines Sattelanhängers verriegelt. Das System besteht aus einer hufeisenförmigen Platte, die auf einem Kugel- oder Kegellager rotiert. Dies ermöglicht dem Anhänger, sich vertikal und horizontal zu artikulieren, während er fest verbunden bleibt. Beim Rückwärtsfahren des Anhängers unter die Zugmaschine rutscht der Kupplungszapfen (ein massiver Stahlbolzen, der aus der oberen Kupplungsplatte des Anhängers herausragt) in die Hufeisenbahn und wird durch einen federbelasteten Sperrhebel und einen Sicherungsstift gesichert.
Sattelkupplungen werden hauptsächlich nach Tragfähigkeit und Befestigungsart klassifiziert. Standardkupplungen bewältigen Anhänger bis 30.000 Pfund; schwere Ausführungen mit einer Nennlast von 45.000 Pfund oder mehr sind im Fernverkehr üblich. Goosenkeck-Sattelkupplungen sitzen tiefer auf der Ladefläche für mehr Stabilität bei bestimmten Ladekonfigurationen, während herkömmliche Modelle höher am Zugmaschinenrahmen montiert werden. Einige Ausführungen haben einen Schiebemechanismus, der eine Vor- und Zurückverschiebung der Koppelung ermöglicht, um das Gewicht zwischen den Achsen der Zugmaschine zu verteilen.
Betrieb und Verschleißmuster
Der Drehpunkt wird beim Kurvenfahren, Bremsen und beim Lastwechsel erheblich beansprucht. Schmierfett in der Lagerkammer reduziert die Reibung, doch ungleichmäßiger Verschleiß tritt auf, wenn der Kupplungszapfen nicht richtig ausgerichtet ist oder der Sperrhebel beschädigt ist. Eine verschlissene Sattelkupplung erzeugt zu viel Spiel in der Verbindung, was zu Anhängerschlingern, vorzeitigem Reifenverschleiß und möglichem Kontrollverlust führt. Ein fehlender oder verbogener Sicherungsstift stellt eine kritische Gefahr dar, da der Sperrhebel allein den Kupplungszapfen unter starkem Schütteln nicht zuverlässig halten kann.
Der Begriff stammt vom Drehzapfen einer Kutsche, einem lastfreien Rad, das bei Pferdefuhrwerken zum Unterstützen der Kurvenfahrt diente. Das moderne Kupplungselement erfüllt eine ähnliche Funktion: es ermöglicht die Gelenkigkeit, ohne Teil des primären Lastwegsverlaufs zu sein. Kontrolle und Wartung der Sattelkupplung sind bundesweit vorgeschrieben. Die Vorschriften verlangen, dass vor jeder Fahrt die sichere Verriegelung, ordnungsgemäße Schmierung und das Fehlen von Rissen in der Platte oder an den Befestigungswinkeln überprüft werden.