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Industriekeramik

Brand

Englisch: firing

Das Verfahren zum Anwenden von Hitze oder Feuer, besonders auf Ton und dergleichen, um Keramik herzustellen.

Brennen: Umwandlung von Ton in dauerhaft beständige Keramik durch Hitze

Brennen ist der thermische Prozess, der Rohton durch Einwirkung anhaltend hoher Temperaturen, üblicherweise zwischen 1000 und 1400 Grad Celsius je nach Tonmasse und gewünschtem Ergebnis, in haltbare Keramik umwandelt. Beim Brennen finden chemische und physikalische Umwandlungen statt: Wasser wird ausgetrieben, organische Stoffe verbrennen, Tonminerale dehydratisieren und rekristallisieren, und die Struktur wird dauerhaft und nicht umkehrbar. Ohne Brennen bleibt getrockneter Ton brüchig und wasserlöslich; das Brennen fixiert das Material in seiner endgültigen Form.

Die Temperatur und Atmosphäre des Ofens bestimmen das Ergebnis. Oxidationsbrand, die häufigste Methode, findet an der Luft statt und erzeugt die für Steinzeug und Irdenware typischen warmen Erdtöne. Reduktionsbrand, bei dem Sauerstoff absichtlich begrenzt wird, erzeugt dunklere Farben und andere Oberflächenqualitäten, besonders wichtig beim Hochbrand und bei bestimmten Glasureffekten. Raku und Grubenbrand verwenden schnelle Heiz- und Kühlzyklen, während Ofenbrände in elektrischen, gas- oder holzbefeuerten Öfen eine präzise Kontrolle von Aufheizgeschwindigkeit und Haltepausen ermöglichen, entscheidend für die Kontrolle der Glasurreife und die Vermeidung von Mängeln.

Phasen und häufige Probleme

Das Brennen läuft in unterschiedliche Phasen ab: Wasserdampfbrand entfernt mechanisches Feuchtigkeitsgebundenes Wasser; Dehydratation entfernt chemisch gebundenes Wasser aus Tonmineralen; Oxidation verbrennt organische Stoffe; und Sinterung schmilzt glasige Phasen und verdichtet die Masse. Ausfälle sind häufig und kostspielig. Treiben entsteht, wenn eingeschlossene Gase plötzlich expandieren und Blasen oder Risse verursachen. Risse entstehen, wenn ungleichmäßiges Abkühlen innere Spannungen und Bruchstellen schafft, besonders bei dickwandigen Teilen oder zu schnellem Abkühlen. Durchhängen und Verformen entstehen durch unzureichende Ofenplattenunterstützung oder Tonmassen, die über ihren sicheren Temperaturbereich hinaus beansprucht werden.

Öfen selbst unterscheiden sich stark in Konstruktion, Wärmequelle und Regelung: Elektrische Öfen bieten Wiederholbarkeit und sauberen Betrieb; Gasöfen ermöglichen schnelle Aufheizung und Atmosphärenkontrolle; Auf- und Abzugskonstruktionen beeinflussen die Temperaturverteilung; und Ofenausrüstung, besonders Platten aus hochaluminiumoxidhaltigen Feuerfestmaterialien, hält wiederholte Zyklen aus. Stapelmethode, Plattenbelastung und Luftzirkulation beeinflussen unmittelbar die Brandgleichmäßigkeit. Eine einzelne falsch positionierte oder überladene Platte kann Kaltzonen erzeugen, wo Glasuren unterreif bleiben, während angrenzende Ware überbrennt.

Der Begriff stammt von dem sichtbaren Feuer ursprünglicher Brennmethoden ab, obwohl moderne Öfen keine sichtbare Flamme erzeugen. Brennpläne, notiert als Kegeltabellen oder Temperaturdiagramme, geben die Aufheizgeschwindigkeit, Haltezeiten und Abkühlprofile an und sind in Produktionsbetrieben streng gehütet, weil kleinste Abweichungen Farbe, Oberflächenstruktur und funktionale Eigenschaften fertiggestellter Ware verändern können. Schrühbrand, ein vorgelagerter Niedertemperaturbrand um 1000 Grad, härtet Grünware gerade so weit, dass sie vor Glasurbrand und Glanzfeuer bearbeitbar ist.

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