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Industriekeramik

Potiche

Englisch: potiche

Eine Vase mit separatem Deckel, deren Körper meist gerundet oder polygonal ist, mit nahezu senkrechten Wänden, einem kleineren Hals und einer abgerundeten Schulter.

Potiche: eine verschlossene Vase, die zur Ausstellung gebaut wurde, nicht zur täglichen Nutzung

Eine Potiche ist eine verschlossene Vase, typischerweise mit rundem oder polygonallem Körper, konischem Hals und passendem Deckel. Sie hat ihren festen Platz in der dekorativen Keramik und wird eher für Symmetrie und Handwerkskunst als für Fassungsvermögen geschätzt. Die Form stammt aus der ostasiatischen Töpferei, besonders aus chinesischem Porzellan, und wurde ab dem 18. Jahrhundert zum Standardreferenzobjekt in der westlichen industriellen Keramikproduktion.

Die Proportionen folgen einer konsistenten Logik: Ein großzügiger unterer Körper bietet optisches Gewicht und Fläche für Dekoration, während der schmalere Hals als visueller Übergang dient und verhindert, dass der Deckel zu weit hinunterrutscht. Die Schulter, jener gekrümmte Bereich zwischen Körper und Hals, ist fast immer gerundet statt scharf; das ist sowohl eine ästhetische Vorliebe als auch ein struktureller Vorteil, da Kurven Spannungen beim Brennen gleichmäßiger verteilen. Der Deckel passt typischerweise auf eine versenkte Kante in der Halsöffnung, entweder bündig aufliegend oder je nach Design des Herstellers leicht erhöht.

Herstellung und Varianten

Potiches entstehen in handgeformtem Steinzeug, drehgeformtem Porzellan und gepresster Irdenware. In industriellen Keramikwerkstätten wird der Körper oft in Abschnitten gepresst und mit Schlicker verbunden, während Hals und Deckel separat gedreht oder als Einheiten gepresst werden. Der Körper kann im Querschnitt vollkommen rund sein oder in sechs, acht oder mehr Seiten facettiert; facettierte Varianten erfordern segmentierte Formen und präzise Montage. Die Dekoration reicht von einfacher Glasurvariaton über Unterglasurmalerei bis zu Relief- oder angebrachtem Schmuck.

Was eine Potiche von ähnlichen Formen unterscheidet, ist die Kombination eines separaten Passdeckels und der vertikalen oder nahezu vertikalen Wände. Eine Balustertvase hat eine breitere Mitte, aber schräge Seiten. Eine Urne hat typischerweise einen Stützfuß und waagerechte Henkel. Ein Ingwerglas, in der Funktion verwandt, hat meist gerade Seiten und eine breitere, flachere Schulter. In Keramik-Referenzsammlungen und Preisführern nimmt die Potiche einen Mittelplatz ein: weniger kostbar als ein handbemalt décoriertes Stück, aber durchaus respektabel, wenn die Proportionen sauber und die Glasur gleichmäßig sind.

Der Name selbst hat keine englische Wurzel; er stammt vom französischen potiche, das wiederum von niederländischen und portugiesischen Händlern kam, die versuchten, chinesisches Exportporzellan zu beschreiben. Der Begriff blieb im europäischen Keramikhandel erhalten und bleibt die Standardbezeichnung im Englischen, obwohl chinesische Beispiele oft nach ihren ursprünglichen Formen katalogisiert werden: guan (Hofporzellan) oder mei ping (Pflaumenvase). Das Verständnis der Potiche-Abstammung ist wichtig beim Bewerten von Exportporzellan oder Reproduktionen, da die Form sowohl den Zeitraum westlichen Keramikgeschmacks als auch die damals in einer Werkstatt verfügbare Fertigungsfähigkeit signalisiert.

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