Flong
Englisch: flong
Eine Form, besonders aus Papiermaché, zur Herstellung eines Stereotyps.
Flong: die Papiermaché-Form, die Bleisatz und Metall verbindet
Ein Flong ist eine flexible Papiermaché-Form, die durch Pressen von angefeuchteter Papierfasermasse gegen eine aus Bleitypen zusammengesetzte Form entsteht und dann trocknet. Er erfasst die erhabene Oberfläche des Satzes in präziser negativer Reliefform und schafft so eine Matrix, die gekrümmt oder flach bleiben kann. Der getrocknete Flong ist zäh genug für vielfache Verwendung, aber biegsam genug, um ohne zu reißen geformt zu werden. Das machte ihn zur Standardmethode zwischen Heißmetall-Bleisatz und dem Gießen von Klischee- oder Galvanoplatten.
Im Klischeierungsprozess erfüllte der Flong eine entscheidend wichtige praktische Funktion. Ein Zeitungs- oder Buchdrucker, der mit gesetztem Bleisatz arbeitete, musste das ursprüngliche Layout bewahren und gleichzeitig mehrere Metallplatten für verschiedene Pressen oder Seiten herstellen. Statt das Original zu beschädigen oder direkt in schwere Metallformen zu gießen, die schwer genau zu positionieren waren, machte der Drucker zuerst einen Flong. Diese einzelne Form konnte dann beliebig oft verwendet werden, um so viele Klischeplatten wie nötig zu gießen, während der ursprüngliche Satz sicher für Rückverteilung und Wiederverwendung blieb.
Das Standardmaterial für Flongs bestand aus zwei oder drei Papierschichten: ein dünnes Deckblatt, das feine Typdetails erfasste, verstärkt durch dickere Kraft- oder Zeitungspapierschichten für Struktur und Elastizität. Das Deckpapier war oft behandelt, um die Detailerfassung zu verbessern und die Trocknungszeit zu verkürzen. Ein guter Flong trocknete zu ungefähr 6 Millimeter Dicke und konnte sich genug biegen, um um einen gekrümmten Klischeegießblock gewickelt zu werden, blieb aber steif genug, um während des Heißmetallgießens seine Form zu halten.
Wo Flongs problematisch wurden
Flongs waren arbeitsintensiv in der Herstellung und erforderten sorgfältige Trocknungsbedingungen, Feuchtigkeitskontrolle und Lagerung, um Verformungen oder Sprödigkeit zu vermeiden. Ein Flong, der zu lange vor der Verwendung lagerte, wurde hart und brüchig; einer, der Feuchtigkeit ausgesetzt war, schwoll an und verlor Maßgenauigkeit. Das Papier konnte auch während des Gießens Metalloxide oder Rostpartikel aufnehmen, was die Formen mit der Zeit beschädigte. Trotz dieser Nachteile blieben Flongs durch einen großen Teil des zwanzigsten Jahrhunderts Standard in der Zeitungsproduktion und im Druckgewerbe, weil die Alternative, direkt aus Satz zu gießen oder separate Metallmatrizen für jede Seite vorzuhalten, teurer und zeitaufwendiger war.
Der Begriff Flong stammt vom französischen flan, was Rohling oder Blatt bedeutet, und kam im neunzehnten Jahrhundert in die englische Druckfachsprache, als Papiermaché-Formen zum Branchenstandard wurden. Ab den 1950er und 1960er Jahren verdrängte die Offsetlithographie und photomechanische Verfahren allmählich die Heißmetall-Satzherstellung und der Flong wurde zur aussterbenden Technologie. Heute existiert er hauptsächlich in industriellen Bereichen, wo die Klischeeherstellung für spezialisierte Anwendungen fortbesteht, und als historischer Referenzpunkt in jeder Diskussion über mechanische Druckherstellung.