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Fertigung

Gasbehandlung

Englisch: gassing

Verfahren zum Durchleiten von Baumwollwaren zwischen zwei Walzen unter zahlreichen feinen Gasstrahlen, um kleine Fasern abzubrennen.

Gasen: Oberflächenfasern mit offener Flamme von Stoffen abbrennen

Gasen ist ein Veredelungsprozess in der Baumwoll- und Zellulosefaser-Textilproduktion, bei dem gewebte oder gestrickte Stoffe schnell über die Oberfläche einer Gasflamme oder unter Düsen von brennendem Gas geführt werden, um Oberflächenfasern und Flusen zu entfernen. Die Einwirkung wird in Bruchteilen einer Sekunde gemessen. Das Ziel ist eine saubere, glatte Stoffoberfläche mit besserem Glanz und geringerer Neigung zur Pillingbildung. Der Prozess wird auch als Sengen bezeichnet.

In einem typischen Gasrahmen bewegt sich der Stoff mit 50 bis 200 Metern pro Minute horizontal über eine offene Flamme oder durch angeordnete Gasdüsen. Die Flammentemperatur liegt bei etwa 1000 bis 1200 Grad Celsius, heiß genug, um Zellulosefasern sofort zu verkohlen, aber nicht so heiß, dass die Fadenmasse bei richtiger Durchlaufgeschwindigkeit beschädigt wird. Der Stoff kühlt sich fast unmittelbar an der Luft ab oder läuft über eine wassergekhlte Walze, wodurch Restwärme gelöscht wird. Einige Anlagen nutzen Infrarotstrahler statt offener Flamme für bessere Temperaturkontrolle, besonders bei empfindlichen Stoffen.

Der Prozess funktioniert, weil hervorstehende Fasern, lockere Flusen und Noppen (Faserkoten) ein großes Oberflächenverhältnis zur Masse haben und deshalb verbrennen, bevor die Wärme in die Fadengefüge eindringt. Fasern, die bereits flach angelegt und gut in das Garn integriert sind, bleiben erhalten. Spannung und Stoffgewicht spielen eine Rolle: lockere, offene Bindungen zeigen bessere Ergebnisse als dichte Köper, und schweres Canvas kann mehrere Durchläufe erfordern.

Fehler und Prozesssteuerung

Häufige Mängel sind Verschwelung, bei der die Stoffoberfläche durch übermäßige Hitze oder langsamen Durchlauf vergilbt oder spröde wird, ungleichmäßiges Gasen, bei dem Flammdüsen verstopfen oder ungleichmäßig abnutzen und Streifenmuster hinterlassen, und unvollständiges Gasen, bei dem die Geschwindigkeit zu hoch oder die Flamme zu kühl ist und Fusseln zurückbleiben. Gasförmige Verbrennungsprodukte, hauptsächlich Kohlendioxid und Wasserdampf, müssen abgeleitet werden, sonst kommt der Stoff verschmutzt aus dem Prozess. Flammenflackern und Luftströmungen können Brandmuster verursachen, wenn sie nicht kontrolliert werden.

Gasen ist unverzichtbar für Baumwollhemden-, Futterstoffe und leichte Lawn-Qualitäten, die zum Bedrucken oder Färben bestimmt sind, wo die Oberflächensauberkeit die Farbgleichmäßigkeit bestimmt. Leinen und Wolle werden ebenfalls gesengt, allerdings in der modernen Praxis seltener. Der Prozess liegt zwischen Weberei und Nassveredlung, typischerweise vor dem Entsäuern oder Bleichen. Er ist energieintensiv und erzeugt Dämpfe, daher sind moderne Anlagen mit Haube und Abluftanlage ausgestattet, um Emissionsstandards zu erfüllen.

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