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Metallbearbeitung

Anschnitt

Englisch: gate

Der Kanal oder die Öffnung, durch die Metall in die Form gegossen wird; Einguss; Anschnittkante.

Gate: der Metallweg vom Einguss zur Gießkavität

Im Sand- und Dauerformguss ist das Gate der absichtlich geschnittene oder ausgeformte Kanal in der Form, der das flüssige Metall vom Einguss (oder Steigrohr) hinein in die Gießkavität leitet. Es ist ein kontrollierter Durchlass, kein Designfehler der Form, und seine Abmessungen und sein Winkel bestimmen unmittelbar, wie schnell das Metall die Form füllt und wie sauber es in die Kavität eintritt.

Die Gate-Geometrie ist entscheidend. Ein zu enges Gate führt dazu, dass das Metall erstarrt, bevor die Form voll ist, und hinterlässt Schwindungsporen in der Gussstelle. Ein zu breites Gate lässt das Metall mit solch hoher Geschwindigkeit eintreten, dass es spritzt, Gas einschließt oder die Formwände erodiert. Der Querschnitt wird normalerweise auf die Gießtemperatur und die Dicke des dünnsten Querschnitts der Gussstelle abgestimmt. Gate-Länge und Winkel beeinflussen ebenfalls die Metallgeschwindigkeit und Turbulenzen. In der Großserienfertigung werden manchmal mehrere Gates in einer Kavität verwendet, um ein gleichmäßiges Füllen zu gewährleisten.

Verschiedene Gießverfahren setzen unterschiedliche Gate-Strategien ein. Im Sandguss wird das Gate oft durch Entfernung eines Kerns oder durch Verdichten von Sand geformt, um eine enge Engstelle dort zu schaffen, wo das Steigrohr auf die Kavität trifft. Im Dauerform- und Druckguss wird das Gate als Teil des Werkzeugs bearbeitet oder gegossen. Im Feinguss ist das Gate Teil des Wachsmusters und verbrennt mit der Form. Beim Squeeze-Casting und Niederdruck-Gießen können Gates so dimensioniert und positioniert sein, dass sie Schwerkraft oder angewendeten Druck zur gerichteten Erstarrung nutzen.

Gate-Design und Gussfehler

Schlechtes Gate-Design ist für einen großen Teil der Gussfehler verantwortlich. Gates, die gegenüber von einem dünnen Querschnitt positioniert sind, führen dazu, dass das Metall auf die gegenüberliegende Wand trifft und turbulente Zonen schafft, die Oxidfilme und Gas einschließen. Gates, die zu tief in einer Kavität positioniert sind, lassen Metall aufstauen, bevor es sich seitlich ausbreitet, was ebenfalls Fehler einschließt. Gießfachleute nutzen Strömungssimulationssoftware und Probegießen, um Gate-Position und Querschnitt zu optimieren. Nach dem Gießen wird das Gate durch Schneiden, Schleifen oder Abschlagen entfernt, und die Narbe muss glatt bearbeitet werden, wenn Optik oder Spannungskonzentration wichtig sind.

Der Begriff Ingate wird oft gleichbedeutend verwendet, besonders in älterer Gießerei-Praxis, und betont die Vorstellung von Metall, das in die Kavität eintritt. Der Begriff Tedge erscheint in einigen historischen Texten und bezieht sich auf die kleinen Grate oder das Überschussmaterial an der Gate-Kante. Moderne Gießereien unterscheiden zwischen dem Steigrohr (dem Hauptvertikalkanal) und dem Gate (der endgültigen Engstelle in die Kavität), was die Unterscheidung für Design und Fehlerbehebung klarer macht.

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