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Elektrotechnik

GPRS

Abkürzung für General Packet Radio Service.

GPRS: paketvermittes Mobilfunknetz vor 3G

GPRS ist ein paketver­mittelter Datendienst, der auf GSM-Mobilfunknetzen aufbaut und mobilen Geräten ermöglicht, Daten mit bis zu 114 kbit/s unter optimalen Bedingungen zu übertragen. Anders als die leitungsvermittelten Sprachanrufe, die GSM handhabte, erlaubt GPRS mehreren Nutzern, dieselben Funk­kanäle durch Aufteilung der Daten in Pakete zu nutzen, wobei jedes Paket unabhängig über das Netz geroutet wird. Das machte es praktisch, ständige Daten­verbindung anzubieten, ohne die Sprachinfrastruktur zu blockieren oder Gebühren pro Minute wie bei frühen Mobilfunkdaten anfallen zu lassen.

Der Dienst entstand Anfang der 2000er Jahre als Brückenlösung zwischen einfachem SMS-Messaging und echtem mobilen Breitband­zugang. Netz­betreiber rollten GPRS schrittweise auf bestehender GSM-Infrastruktur aus, was typischerweise Software­updates für Basis­stationen und Kern­netz­ausrüstung erforderte, nicht aber völlige Neubeschaffung. Der echte Durchsatz überschritt in Ballungsräumen selten 40 kbit/s, wegen Netz­auslastung, Funk­ausbreitungs­grenzen und dem Overhead von Paket­kopfzeilen. Geräte zeigten Signalstärke in Balken an und erforderten einen von Sprachminuten getrennten Datentarif, obgleich Vielnutzer schnell merkten, dass aktives GPRS den Akku schnell leerter, da das Funk­modul ständig aktiv blieb statt nur während Anrufen zu arbeiten.

Vom Testbetrieb zur Veralterung

GPRS ermöglichte frühe Mobile-E-Mail-Clients, einfaches Web­browsing und standort­basierte Dienste, die ständige Konnektivität brauchten. Industrielle Anwendungen umfassten Fernablesung von Zählern, Fahrzeug­verfolgung und Außendienst­disposition, wo Kosten pro Byte vertretbar waren und Geschwindigkeit nicht entscheidend war. Aber der Dienst war ungeeignet für Datei­übertragungen oder Multimedia­streaming; ein 5-MB-E-Mail-Anhang konnte Minuten zum Download brauchen. Nokia 3310 und ähnliche Telefone dieser Zeit nutzten GPRS, aber Nutzer schalteten es typisch aus, um Akku zu sparen, und aktivierten es nur für bestimmte Aufgaben.

GPRS lag zwischen 2G-Sprachnetzen und 3G-Mobilfunk­breitband. EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) bot ungefähr die dreifache Geschwindigkeit durch bessere Modulation, beide wurden später von UMTS und LTE abgelöst. In den 2010ern begannen Betreiber, GPRS-Netze abzuschalten; seit 2024 haben die meisten großen Netze alte GPRS-Infrastruktur ganz stillgelegt, weshalb das Protokoll außer in Spezial­anwendungen für Industrie­telemetrie auf dedizierten Netzen oder Satellitenverbindungen, die es noch unterstützen, weitgehend historisch ist.

Der Begriff selbst spiegelt die technische Unterscheidung zwischen paketver­mittelt (Daten in eigenständigen Paketen) und leitungs­vermittelt (durchgehender Verbindungs­pfad während der Anruf­dauer) wider. Die GPRS-Normung wurde vom 3GPP-Konsortium vorangetrieben, und das Protokoll erscheint in Spezifikationen neben Begriffen wie PDP-Kontext (die logische Datenverbindung) und SGSN (der Netz­knoten für Paket­routing). GPRS zu verstehen ist hauptsächlich für Wartung älterer Systeme, Firmware­updates in eingebetteten Geräten und historischen Kontext wichtig, warum frühe Mobilfunk­infrastruktur so aufgebaut wurde, wie sie es war.

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