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Elektrotechnik

GIP

Abkürzung für GSM Interworking Profile (Profil, das einer DECT-Basisstation ermöglicht, Teil eines GSM-Netzes zu sein, mit geeigneten Endgeräten)

GIP: Integration von DECT-Schnurlostelefonen in Mobilfunknetze

GIP, das GSM Interworking Profile, ist eine technische Spezifikation, die es einer DECT-Basisstation ermöglicht, als Teil einer zellularen GSM-Netzinfrastruktur zu fungieren. Anstatt als eigenständiges Schnurlosystem zu arbeiten, kann eine GIP-konforme DECT-Basisstation Handgeräte registrieren und Anrufe über das öffentliche Mobilfunknetz leiten, sofern die Handgeräte das Profil unterstützen. Dies ermöglicht Unternehmens- und Privatnutzern die Verwendung von DECT-Schnurlostelefonen, die nahtlos zur Mobilfunkabdeckung übergehen, wenn sie sich außerhalb der Reichweite der Basisstation bewegen.

DECT-Basisstationen arbeiten im 1,9-GHz-Band in Nordamerika und 1,8 GHz in Europa und bieten digitale Sprache und Daten über kurze Entfernungen mit starker Störfestigkeit. Ohne GIP ist eine DECT-Basisstation rein ein privates Schnurlosystem, isoliert von externen Netzen. GIP schafft eine logische Verbindung: die Basisstation fungiert als Gateway und übersetzt DECT-Funkprotokolle in GSM-Signalisierung und Datenkanäle, so dass der Mobilfunknetz-Kern des Betreibers die Authentifizierung, Abrechnung und Anrufweiterleitung wie bei jedem anderen Subscriber-Handgerät verwalten kann.

Praktische Implementierung und Einschränkungen

Die GIP-Implementierung erfordert drei abgestimmte Komponenten: eine GIP-fähige DECT-Basisstation, GIP-aktivierte Handgeräte und eine Infrastruktur des Mobilfunknetzbetreibers, die für DECT-Registrierungen konfiguriert ist. Der Standard wurde hauptsächlich für Büroumgebungen vermarktet, in denen Mitarbeiter ein einzelnes Schnurloshandgerät in Innenräumen über die Basisstation nutzen und dann im Freien zur Mobilfunkabdeckung wechseln konnten. Die praktische Akzeptanz war begrenzt; die meisten Betreiber und Hersteller bevorzugten einfachere Dual-Mode-Telefone, die GSM nativ unterstützten, anstatt separate DECT- und GIP-Stacks zu pflegen. Die Übergabeleistung zwischen DECT und GSM präsentierte ebenfalls Herausforderungen, da die Anrufkontinuität beim Wechsel nicht immer nahtlos war.

GIP entstand Ende der 1990er Jahre als Reaktion auf das schnelle Wachstum von Mobilfunknetzen und stellte einen Versuch dar, die installierte Basis von DECT-Schnurlosystemen zu erhalten und gleichzeitig in die zellulare Infrastruktur zu integrieren. Das Profil ist in ETSI- und 3GPP-Dokumentation definiert, erreichte aber außerhalb von Nischenprogrammen im Unternehmensbereich nie eine breite kommerzielle Verbreitung. Heute dient GIP hauptsächlich als Referenzpunkt in der Fachliteratur zur DECT-Evolution und nicht als Technologie, die in neuen Installationen aktiv eingesetzt wird.

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