Schamotte
Englisch: grog
Ein Typ von vorgefeuerton, der gemahleu und auf eine bestimmte Körungsgröße gesiebt wurde.
Schamotte: recycelter Ton, der gebrannte Keramik verbessert
Schamotte ist Keramikmaterial, das bereits einmal gebrannt wurde, dann zu Körnern zermahlen und auf eine Zielgröße gesiebt wird. Sie wird vor dem Formen und erneuten Brennen wieder in feuchte Tonmassen gemischt. Die Korngröße liegt je nach Anwendung und gewünschter Oberflächenstruktur oder Festigkeitseigenschaften des Endprodukts typischerweise zwischen 200er Maschenweite (75 Mikrometer) für feine Schamotte und 20er Maschenweite (850 Mikrometer) für grobe Schamotte.
Die Hauptfunktion der Schamotte ist die Verringerung des Schwindens und Verzugs beim Trocknen und Brennen. Wenn Ton trocknet, schrumpft er erheblich, während das Wasser entweicht; Schamottepartikel schrumpfen nicht, da sie bereits gebrannt und inert sind. Dadurch, dass sie im Tonkörper Platz einnehmen, ohne selbst zu schrumpfen, wirken sie wie Abstandhalter und verringern das Gesamtschwinden des Werkstücks und die damit verbundenen Spannungen. Ein typischer Schamottezusatz liegt bei 10 bis 40 Prozent nach Gewicht, wobei Bildhauerarbeiten höhere Anteile verwenden können.
Rohstoffe und Herstellung: Schamotte wird aus Tonschrott hergestellt: ungegossenem Ausschuss (Schnipsel, fehlgeschlagene Grünware), gebrannten Ofenstützen und Trägern oder gebrochenem gebranntem Material. Dieser Schrott wird bei Kegelntemperatur gebrannt, falls nicht bereits geschehen, dann in einer Kugelmühle oder einem Backenbrecher zermahlen und durch Siebe geführt. Die Verwendung von Schrott auf diese Weise reduziert Materialverschwendung und die Kosten für Tonkäufe, was Schamotte wirtschaftlich wertvoll und funktional bedeutsam macht. Manche Töpfer und Industrieproduzenten stellen ihre eigene Schamotte her, andere kaufen sie in standardisierten Körnungen.
Schamotte verbessert auch die Verarbeitbarkeit und verringert die Plastizität, sodass der Ton steifer und leichter zu handhaben ist, besonders bei großen Formen oder beim Handaufbau. Die Korngrößenverteilung ist entscheidend: feine Schamotte erzeugt eine glattere Oberflächenstruktur und eignet sich gut für Tafelgeschirr oder Gießarbeiten, während grobe Schamotte für Bildhauerarbeiten, Raku und andere Anwendungen bevorzugt wird, bei denen Struktur und offene Porenstruktur erwünscht sind. Kalzinierter Ton, also Ton der erhitzt, aber nicht vollständig gebrannt wurde, wird manchmal Schamotte genannt oder als Schamotteersatz verwendet, unterscheidet sich aber chemisch davon.
Probleme entstehen, wenn Schamotte schlecht gesiebt oder ungleichmäßig in die Tonmasse gemischt wird. Übergroße Partikel können Schichtungsdefekte oder Oberflächengruben beim Brennen verursachen, wenn sie durch Wärmeschock platzen. Sehr feine Schamottepartikel können bei Überschuss tatsächlich die Plastizität und Wasseraufnahme erhöhen und damit den ursprünglichen Zweck verfehlen. Die Farbe und Brenneigenschaften der Schamotte müssen auch zum Basiston passen oder sich ergänzen; das Mischen von Schamotte aus verschiedenen Tonkörpern oder Brenntemperaturen kann zu Unverträglichkeiten führen.