Zündanlage
Englisch: ignition
System zur Aktivierung der Verbrennung in einem Verbrennungsmotor.
Zündung: Funke und Timing für den Motorstart
Zündung ist die gesteuerte Einleitung der Kraftstoffverbrennung in einem Motorenzylinder. Sie ist das System, das im genau richtigen Moment des Verdichtungshubs einen Funken (in Benzinmotoren) oder Wärme (in Dieselmotoren) erzeugt, damit das Kraftstoff-Luft-Gemisch verbrennt und den Kolben nach unten treibt. Ohne Zündung gibt es keine Verbrennung; ohne korrektes Timing gibt es keine nutzbare Leistung.
In Fremdzündungsmotoren besteht das Zündsystem aus einer Batterie, einem Verteiler oder einer elektronischen Steuereinheit, einer Zündspule, Zündkerzen und zugehörigen Leitungen. Die Spule erhöht die Batteriespannung auf 10.000 bis 40.000 Volt; diese Hochspannung springt über den Zündkerzenabstand (typischerweise 0,8 bis 1,3 Millimeter), um das Gemisch zu zünden. Das Timing des Funkens muss sich mit zunehmender Drehzahl vorverlegen und unter Last zurückgeben, eine Funktion, die früher durch mechanische Fliehkraft- und Unterdruckeinrichtungen bewältigt wurde und nun von elektronischen Modulen übernommen wird, die Motorsensoren auslesen.
Varianten und Ausfallarten
In Selbstzündungsmotoren (Diesel) gibt es keinen Funken; stattdessen entzündet sich in die durch Verdichtung auf 400 bis 600 Grad Celsius erhitzte Luft eingespritzter Kraftstoff selbst. Die Zündverzögerung, die Zeit zwischen Einspritzung und Verbrennung, ist entscheidend. Zu viel Verzögerung und der Druck steigt zu schnell, was zu rauem Lauf und mechanischer Belastung führt; zu wenig und die Verbrennung ist unvollständig. Zusätze im Dieselkraftstoff erhöhen die Cetanzahl, um die Zündeigenschaften zu verbessern.
Häufige Zündausfälle sind verschmutzte Zündkerzen (Kohlenstoff- oder Ölablagerungen verhindern den Funken), ausgefallene Zündspulen, gerissene Zündkerzenleitungen und abgenutzte Verteilerkontakte. In modernen Fahrzeugen überwacht die Motorsteuereinheit das Züngtiming und gleicht es tausendfach pro Sekunde basierend auf Eingaben von Klopfsensoren, Lambdasonden und der Drosselklappenposition an. Ein Zündumsatz, bei dem die Zündung nicht stattfindet oder zu spät erfolgt, erhöht die Motortemperatur, beschädigt den Katalysator und aktiviert die Kontrolleuchte.
Der Begriff "Zündung" bezieht sich im Umgangssprachlichen auch auf den elektrischen Schalter, der die Start- und Betriebsschaltkreise des Motors mit Strom versorgt. Der Zündschlüssel oder -knopf eines Fahrzeugs steuert die Stromversorgung der Kraftstoffpumpe, des Motorcomputers und des Anlassermotors, bevor die eigentliche Kraftstoffverbrennung stattfindet.