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Luftfahrttechnik

Ionentriebwerk

Englisch: ion engine

Raumfahrtantrieb, bei dem elektrische Felder Ionen aus dem Abgasstrahl beschleunigen, um Schubkraft bereitzustellen.

Ionentriebwerk: elektrischer Schub für Tiefraummissionen, nicht für Flugzeuge

Ein Ionentriebwerk beschleunigt geladene Atome oder Moleküle mittels eines elektrischen Feldes auf extreme Geschwindigkeit und stößt sie dann aus, um Schub zu erzeugen. Die Ausströmgeschwindigkeit liegt typischerweise bei 20.000 bis 50.000 Metern pro Sekunde, verglichen mit etwa 3.000 bis 4.500 m/s bei chemischen Raketentriebwerken. Diese enorme Ausströmgeschwindigkeit ermöglicht es einem Ionentriebwerk, ein Raumfahrzeug über lange Zeit hinweg effizient zu bewegen, obwohl die absolute Kraft gering ausfällt und in Millinewton gemessen wird.

Der Grundmechanismus ist vom Prinzip her einfach. Ein Treibstoffgas, üblicherweise Xenon oder Argon, gelangt in eine Ionisationskammer, wo Elektronen Außenelektronen von den Atomen abschlagen und so Ionen entstehen. Ein elektrisches Feld beschleunigt diese geladenen Teilchen dann in Richtung eines Gitters und durch die Triebwerksdüse hinaus. Eine Neutralisator-Kathode sendet Elektronen aus, die sich außerhalb des Triebwerks mit dem Ionenstrahl verbinden und so eine Ladungsansammlung am Raumfahrzeug verhindern. Frühe Ausführungen nutzten Gleichstromgitter; moderne Varianten setzen auf Hochfrequenz- oder Mikrowellenionisation für bessere Effizienz und spezifischen Impuls.

Warum Ionentriebwerke im Weltraum wichtig sind und nicht in der Atmosphäre

Der Schub ist so gering, dass Ionentriebwerke beim Atmosphärenflug oder beim Start unbrauchbar sind. Ein typisches Ionentriebwerk erzeugt 0,05 bis 0,1 Newton Schub. Im Vergleich dazu produziert ein Strahltriebwerk eines Flugzeugs Millionen von Newton. Im Vakuum des Weltraums jedoch, wo es keine Atmosphäre zum Abstoßen gibt und kein Brennstoff kontinuierlich verbrannt werden muss, kommt die Effizienz eines Ionentriebwerks zur Geltung. Ein Triebwerk kann zehntausende Stunden laufen und dabei nur wenige Kilogramm Treibstoff verbrauchen, um die Geschwindigkeit eines Raumfahrzeugs um viele Kilometer pro Sekunde zu verändern.

Ionentriebwerke fliegen seit den 1990er Jahren auf Tiefraum-Sonden mit. Sie glänzen bei der Bahnanhebung, Bahnhaltung und interplanetaren Flugbahnen, wo eine Beschleunigung mit niedrigem Schub über Monate oder Jahre hinweg akzeptabel ist. Der Energiebedarf ist erheblich, typischerweise 1 bis 7 Kilowatt elektrische Leistung, weshalb Ionentriebwerke auf langen Missionen mit großen Solarpanelen oder Radioisotopengeneratoren kombiniert werden.

Der Begriff wird manchmal mit Plasmatriebwerken oder elektrischen Triebwerken allgemein verwechselt. Plasmatriebwerke arbeiten bei höheren Dichten und in kürzeren Pulsen. Elektrostatische Triebwerke wie Ionentriebwerke beschleunigen einzelne Teilchen mittels elektrischer Felder allein, während neuere Varianten wie sogenannte Hall-Effect-Triebwerke ein Magnetfeld nutzen, um Elektronen einzufangen und die Ionisation zu verstärken. Für Luftfahrtpersonal erscheinen Ionentriebwerke nur in Raumfahrzeugsystemen und im Kontext von Satellitenwartung, nicht in der Flugzeugantriebstechnik.

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