Zapfenlager
Englisch: journal box
Ein Gehäuse oder Lagerkasten, der einen Zapfen umschließt oder stützt, oft verwendet um das Schmiermittel zu halten.
Lagerbock: das Lagerschutzgehäuse, das deine Welle an Ort und Stelle hält
Ein Lagerbock ist ein starres Gehäuse, das einen Zapfen umschließt und stützt, also den zylindrischen Teil einer rotierenden Welle, der in einem Lager ruht. Seine Hauptaufgabe ist es, das Lager ausgerichtet zu halten, das Schmiermittel zu enthalten, die Lagerflächen vor Verschmutzung und Beschädigungen zu schützen und die Radiallast der Welle auf den Maschinenrahmen zu übertragen. Lagerbocke finden sich an fast jeder rotierenden Maschine, von kleinen Elektromotoren bis zu großen Industrieturbinen und Lokomotivachsen.
Das Gehäuse selbst besteht typischerweise aus Gusseisen, Sphäroguss oder geschweißtem Stahl, bemessen, um das Lager und den Zapfen mit ausreichend Spiel für freie Wellendrehung zu umfassen. Die meisten Lagerbocke haben ein Ölreservoir am Boden, entweder durch Schwerkraftabfluss, Dochtspeisung oder Umwälzpumpe versorgt. Eine abnehmbare oder angelenkte Kappe ermöglicht den Zugriff zur Lagerkontrolle und zum Austausch. Das Lagermaterial innen, früher Weißmetall (Babbitt) in das Gehäuse gegossen, sitzt unmittelbar am Zapfen und trägt den Verschleiß.
Varianten und Ausfallarten
Fundamentblöcke und Hängelagergehäuse sind verwandte Lagerbockkonstruktionen für horizontale und vertikale Wellenlagerung. Der Unterschied in der Leistung beruht hauptsächlich auf dem Lagerspiel und der ausreichenden Schmierung. Trocknet der Docht aus oder sinkt der Ölstand, schmilzt das Lagermaterial in Minuten in den Zapfen und zerkratzt ihn unwiederbringlich. Versatz zwischen Gehäuse und Welle führt zu Kantenlastung, bei der sich der Lagerdruck auf eine Seite konzentriert und Grübchenbildung sowie Blockieren beschleunigt. Verschmutzung, besonders feiner Schleifstaub, der an den Dichtungen vorbeigeht, wirkt wie Läppittel auf der Zapfenfläche.
Der Begriff 'Lagerbock' stammt aus der Eisenbahn- und Textilmaschinentradition, wo das Gehäuse ein hervorstechendes, oft dekoratives Gussteil war. Moderne Konstruktionen tendieren zu versiegelten Wälzlagerkörpern, die fertig geschmiert ankommen und weniger Wartungsaufwand erfordern. Schwere Maschinen und ältere Ausrüstungen verlassen sich aber noch auf geteilte Lagerbocke mit Babbittauskleidung, die regelmäßige Kontrolle und Nachölung brauchen. Das Gehäuse selbst fällt selten aus; übersehener Lagerverschleiß ruiniert die Zapfenfläche und erzwingt eine komplette Überarbeitung oder Wellenerneuerung, weit kostspieliger als das frühzeitige Erkennen von Verschleiß.