Stirnrad
Englisch: spur gear
Das einfachste Zahnrad mit Zähnen, die radial zur Achse ausgerichtet sind und parallel zur Achse verlaufen.
Stirnrad: das vielseitige Zahnrad mit geraden Zähnen nach außen
Ein Stirnrad ist ein zylindrisches Rad mit Zähnen, die gerade über seinen Umfang geschnitten sind, wobei jeder Zahn parallel zur Rotationsachse des Rades verläuft. Wenn zwei Stirnräder ineinandergreifen, treten ihre Zähne in einen Gleitkontakt ein, der das Drehmoment zwischen parallelen Wellen überträgt. Dies ist der häufigste Zahnradtyp in Maschinen, weil er einfach herzustellen ist, zuverlässig läuft und bei moderaten bis hohen Drehzahlen effizient arbeitet.
Die Zähne eines Stirnrades werden durch einen Teilkreisdurchmesser definiert, der der theoretische Kreis ist, auf dem Zahnradberechnungen basieren, sowie durch ein Modul oder eine Diametralsteigung, die die Zahnggröße und den Zahnabstand bestimmt. Ein Modul von 2 mm bedeutet beispielsweise, dass jeder Millimeter des Teilkreisdurchmessers einen Zahn aufnimmt. Zwei Stirnräder greifen nur ineinander, wenn sie das gleiche Modul haben; ein 40er-Rad mit Modul 3 wird nicht mit einem 50er-Rad mit Modul 2,5 zusammenpassen. Der Eingriffswinkel, typischerweise 20 Grad bei modernen Zahnrädern, bestimmt den Winkel, in dem die Zähne aufeinandertreffen, und beeinflusst die Lastverteilung und Geräuschentwicklung.
Wo Stirnräder funktionieren und ausfallen
Stirnräder brillieren in kompakten Anordnungen, bei denen Wellen eng beieinander liegen müssen und die Leistung vorhersehbar sein muss. Allerdings erzeugen sie erheblichen Lärm, weil alle Zähne des Zahnradpaares fast gleichzeitig ein- und ausgreifen, was Schlagkräfte hervorruft. Bei sehr hohen Drehzahlen oder hohen Lasten werden Schrägverzahnungen bevorzugt, die durch einen schrägen Zahnwinkel ein sanfteres Eingreifen ermöglichen und die Kraft gleichmäßiger auf mehr Zahnflächen verteilen. Stirnräder können Zahnbiegeverformungen erleiden, wenn sie zu klein ausgelegt sind, oberflächliche Pittings durch unzureichende Schmierung und Verschleiß bei schlechter Ausrichtung.
Der Begriff "Stirn" bezieht sich auf die Zähne, die wie Sporen an der Ferse eines Reiters nach außen hervorstehen. Stirnräder unterscheiden sich von Schrägverzahnungen (schräg angeordnete Zähne), Kegelrädern (konische Räder für nicht parallele Wellen) und Schneckengetrieben (schraubenartigen Antrieben). In Kraftübertragungssystemen bleiben Stirnräder die Standardwahl für kostengünstige Anwendungen, bei denen Geräuschentwicklung tolerierbar ist und die Drehzahlen bei kleinen Industriegetrieben etwa 3.000 Umdrehungen pro Minute nicht überschreiten.