KVM
Abkürzung für Keyboard-Video-Mouse; Gerät zum Umschalten von Eingabe- und Ausgabegeräten zwischen mehreren Serverkonsolen, besonders in Rackaufbauten.
KVM: eine Tastatur, ein Bildschirm, viele Maschinen
Ein KVM-Switch ist ein Hardwaregerät, das es ermöglicht, mit einer einzigen Tastatur, einem Videomonitor und einer Maus mehrere Computer oder Server zu steuern. Der Benutzer wechselt mit einem Knopfdruck, einer Tastenkombination oder einem Bildschirmmenü die aktive Kontrolle von einer Maschine zur anderen, ohne Kabel zu trennen oder zwischen Arbeitsplätzen hin und her zu gehen. In Serverräumen und Rechenzentren sind KVMs unverzichtbar, um Dutzende oder Hunderte von Maschinen von einer einzelnen Konsolposition aus zu verwalten.
KVM-Switches gibt es in zwei breiten Kategorien: analog (VGA- oder DVI-Videoeingang) und digital (HDMI, DisplayPort, USB-C). Analoge Switches sind älter und billiger, aber bei längeren Kabelstrecken anfällig für Signalverschlechterung. Moderne digitale KVMs unterstützen höhere Auflösungen und Bildwiederholraten, kosten aber mehr und erfordern kompatible Anschlüsse an jeder angeschlossenen Maschine. Viele zeitgenössische Switches kombinieren alte und moderne Schnittstellen. Die Anzahl der Anschlüsse reicht typischerweise von 2 bis 32, obwohl Enterprise-Modelle durch Kaskadierung oder modulare Erweiterung mehr Geräte steuern können.
Ein einfacher KVM-Switch verbindet einen Satz Peripheriegeräte nacheinander mit mehreren Maschinen, ähnlich wie ein Wählschalter. Ein KVM-Matrix- oder Crosspoint-Switch ist komplexer: Er ermöglicht mehreren unabhängigen Konsolensätzen (jeweils mit eigener Tastatur, Monitor und Maus), auf jeden angeschlossenen Server zuzugreifen, und ein Server kann gleichzeitig auf mehreren Konsolen angezeigt werden. Matrix-Switches sind erheblich teurer, aber in größeren Operationen unverzichtbar, wo mehrere Administratoren gleichzeitigen Zugriff auf verschiedene Systeme benötigen.
Signalintegrität ist der Hauptfeind. Lange Kabelstrecken, besonders analoges Video über Entfernungen von mehr als 15 Metern, verschlechtern die Bildqualität und können zu Verbindungsabbrüchen führen. Qualitäts-KVMs verwenden gepufferte Ausgänge und teilweise aktive Schaltkreise, um Signale zu regenerieren. Viele industrielle und sicherheitskritische Installationen nutzen KVMs mit redundanten Stromversorgungen und netzwerkgestütztem Fernzugriff, um einzelne Fehlerpunkte zu vermeiden.
Der Name selbst ist aussagekräftig: Er listet die drei Peripheriegeräte auf, die geschaltet werden. In vernetzten Umgebungen wird die KVM-Funktionalität zunehmend durch IP-basierte Remote-Management-Tools bereitgestellt (wie sie in Server-BMCs oder intelligenten PDUs eingebaut sind), die Hardware-KVMs für Out-of-Band-Konsolenzugriff ersetzen können. Physische KVMs bleiben jedoch Standard in luftgestützten Umgebungen und wo echte Hardwareisolation zwischen Maschinen erforderlich ist.