Laser-Augenchirurgie
Englisch: laser eye surgery
Verfahren zur Korrektur der Sehkraft durch Umformung der Hornhaut mittels Laser.
Augenlasern: Hornhaut umformen zur Fokuskorrektur
Augenlasern nutzt einen fokussierten Ultraviolettstrahl, um mikroskopisch dünne Schichten des Hornhautgewebes abzutragen (zu verdampfen) und damit die Brechkraft des Auges dauerhaft zu verändern. Die Hornhaut wird so umgeformt, dass einfallendes Licht genau auf der Netzhaut fokussiert wird, statt davor (Myopie), dahinter (Hyperopie) oder ungleichmäßig verteilt über sie (Astigmatismus). Bei einer typischen Myopie-Korrektur werden etwa 10 bis 20 Mikrometer Hornhautgewebe pro Dioptrie Refraktionsfehler entfernt. Der Eingriff erfolgt ambulant unter lokaler Anästhesie.
Die beiden führenden Operationstechniken sind LASIK (Laser in situ Keratomileusis) und PRK (Photorefraktive Keratektomie). Bei LASIK wird mit einem mechanischen oder Femtosekundenlaserkeratom ein dünner beweglicher Lappen in Hornhautepithel und -stroma präpariert, hochgeklappt und die tiefere Hornhautschicht abgetragen, woraufhin der Lappen wieder eingelegt wird. PRK entfernt das Epithel vollständig vor der Ablation, was längere Heilung erfordert, aber weniger Risiko für Lappen-bezogene Komplikationen birgt. LASEK und andere Hybridtechniken existieren, sind aber weniger verbreitet. Excimer-Laser bei 193 Nanometern sind das Standard-Werkzeug; sie erzeugen einen kalten Ultraviolettstrahl, der keine Wärmeerzeugung und damit kein Verkohlen von Gewebe verursacht.
Die Patientenauswahl ist entscheidend. Kandidaten müssen über mindestens zwei Jahre einen stabilen Refraktionsfehler haben, ausreichend Hornhautdicke (Minimum etwa 400 Mikrometer Restbett nach Ablation), keine aktive Augenerkrankung und realistische Erwartungen an die Ergebnisse. Patienten mit starker Myopie, dünnen Hornhäuten oder Keratokonus werden üblicherweise ausgeschlossen. Trockenes Auge, Blendung und Halos sind häufige vorübergehende Nebenwirkungen; deutliche Unter- oder Überkorrektur, irregulärer Astigmatismus und Epithel-Einwucherung (bei LASIK) sind seltener, aber schwerwiegendere Komplikationen. Nachtsehstörungen treten bei etwa 25 Prozent der Patienten in unterschiedlichem Ausmaß in den Monaten nach der Operation auf.
Das refraktive Ergebnis hängt von präziser Hornhautformvermessung mittels Topografie und Wellenfrontanalyse, genauer Programmierung des Ablationsprofils und stabiler Wundheilung ab. Nomogramme (empirische Korrektionstabellen) berücksichtigen Faktoren wie Patientenalter und Eigenheiten des jeweiligen Lasers; viele Chirurgen wenden konservative Anpassungen an (Unterkorrektur bei Myopie, Überkorrektur bei Hyperopie), um Nachbehandlungsraten zu senken. Nach drei Monaten können Nachbesserungseingriffe durchgeführt werden, wenn sich das Auge noch nicht vollständig stabilisiert hat.
Die behördliche Aufsicht ist je nach Rechtsgebiet unterschiedlich. In den USA verlangt die FDA klinische Nachweise für Sicherheit und Wirksamkeit, bevor spezifische Laserplattformen und Nomogramme genehmigt werden. Langzeitstudien zeigen hohe Patientenzufriedenheit und stabile Sehkraft über 10 Jahre und länger bei der Mehrzahl der Fälle, wobei aber Presbyopie unabhängig von der Operation letztendlich eine Lesebrille erforderlich macht. Der Eingriff ist während Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert, da mögliche refraktive Verschiebungen auftreten können.