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Optik und Bildgebung

laterale Aberration

Englisch: lateral aberration

Abweichung vom korrekten Fokuspunkt, gemessen senkrecht zur Achse.

Laterale Aberration: Der Fokus verschiebt sich seitlich von der Stelle, wo das Licht landen sollte

Laterale Aberration ist der senkrechte Abstand zwischen dem Punkt, wo ein Lichtstrahl tatsächlich auf eine Bildebene trifft, und dem Punkt, wo er treffen sollte, wenn das optische System perfekt wäre. Anders als Defokussierung, die das ganze Bild unscharf macht, verschiebt laterale Aberration einzelne Strahlen seitwärts. Sie wird von der optischen Achse nach außen gemessen, in der Ebene des Sensors oder Films. In einer Kamera, einem Objektiv oder einem Mikroskopobjektiv vermindert diese Verschiebung die Schärfe und führt dazu, dass feine Details aus der Ausrichtung verschwinden.

Der Begriff gilt für jedes optische System mit Aberrationen: Kugellinsen, zusammengesetzte Linsen, Spiegelteleskope oder Projektionsoptiken. Laterale Aberration ist besonders an den Rändern des Bildfeldes sichtbar, wo Strahlen in steilen Winkeln zur Achse die Verschiebung ansammeln. Ein Objektiv mit hoher lateraler Aberration erzeugt weiche Ecken oder unscharfe Ränder, selbst wenn die Bildmitte gut scharf ist. Der Effekt verstärkt sich in Systemen mit mehreren optischen Flächen, da sich Aberrationen an jeder Fläche addieren.

Messung und praktische Auswirkungen

Laterale Aberration wird in Mikrometern oder Pixelbruchteilen angegeben, je nach Anwendung. Ein Optikdesigner berechnet sie durch Strahlenverfolgung: Er verfolgt den Weg des Lichts durch jede Fläche und misst, wo der Strahl vom paraxialen (idealen) Bildpunkt abweicht. Bei einem Mikroskopobjektiv können laterale Aberrationen von 0,1 Mikrometern die Auflösung merklich verschlechtern. Bei einem Kameraobjektiv fallen Aberrationen von wenigen Mikrometern bei normalen Betrachtungsabständen möglicherweise nicht auf, werden aber bei großflächigen Drucken oder beim Stapeln von Fokusbildern offensichtlich.

Laterale Aberration steht in enger Beziehung zu Koma und Astigmatismus, die selbst Formen von Positionsfehlern sind. Koma führt dazu, dass Strahlen von Punkten außerhalb der Achse eine kometenförmige Unschärfe bilden; Astigmatismus erzeugt unterschiedliche Brennebenen für verschiedene Meridiane. Beides trägt zur lateralen Aberration bei. Sphärische Aberration dagegen führt dazu, dass Strahlen in unterschiedlichen Abständen vom Objektiv fokussieren, aber laterale Aberration beschreibt ihre seitliche Streuung in der Bildebene.

Optikdesigner verringern laterale Aberration durch die Auswahl von Linsenformen, Materialien und Abständen, um Fehlerbeiträge über das Bildfeld auszugleichen. Entspiegelmitbeläge und Blendenstopper verfeinern das Gleichgewicht weiter. Der Name spiegelt die Richtung des Fehlers wider: Licht landet seitlich (lateral) von seiner korrekten Position, nicht nur unscharf. Diese Unterscheidung ist wichtig für die Diagnose: Ein unscharfes Bild mit gleichmäßiger Weichheit deutet auf Defokussierung hin; eines mit scharfer Unschärfe oder Randhalos deutet auf laterale Aberration hin und erfordert eine andere Korrektur.

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