Zimmerung
Englisch: lath
Eine der scharfkantigen, dicken Bretter, die nach vorn getrieben werden, um lockere Erde oder Schlamm beim Durchgraben für Stollenbau oder Spiegelung zurückzuhalten; auch Spill genannt.
Latte: Holzkeil, der Tunnelwände vor dem Einsturz bewahrt
Eine Latte ist ein dickes, scharfkantiges Holzbrett, das horizontal vor dem voranschreitenden Tunnelbau in den Boden getrieben wird, um lockeres Erdreich, Schlamm oder schwache Schichten zurückzuhalten. Im Gegensatz zu den dünnen Latten im Hochbau sind Bergbaulatten massive Hölzer, in der Regel 7,5 bis 15 cm dick und 2,5 bis 3,5 m lang, mit einer abgeschrägten oder geschärften Vorderkante, um das Eindringen in verdichtete Erde zu erleichtern. Der Arbeiter oder die Maschine treibt die Latte bei fortschreitender Ausschachtung schrittweise voran und schafft so eine provisorische Stützwand, die während der Streckenarbeit einen Einsturz verhindert.
Latten wirken, indem sie gegen die Bodenmasse drücken und den Druck auf eine größere Fläche verteilen, als ein einfaches Stützholz es könnte. Mit fortschreitendem Tunnelbau überlappt sich jede neue Latte leicht mit der dahinter liegenden und bildet so einen verzahnten Schutzwall. Die Latten werden typischerweise in einem leichten Winkel gesetzt, oben steiler als unten, sodass Schwerkraft und Bodenlast sie an Ort und Stelle halten. Bergleute beschichten die eingetriebene Seite manchmal mit Ton oder verwenden eine separate Stützung aus Brettern oder Flechtwerk, um Spalten zu verschließen und zu verhindern, dass kleine Bodenpartikel durchsickern.
Regionale und situationsabhängige Unterschiede
Der Begriff Spill (oder Spile in manchen Kohlegruben) wird besonders im britischen Bergbau gleichbedeutend mit Latte verwendet. Die Wahl des Holzes ist wichtig: Weichholzarten wie Kiefer lassen sich leichter einschlagen, nutzen aber schneller ab, während härtere Hölzer weniger beim Hammerschlag splittern. In sehr nassem Untergrund können Latten Wasser aufnehmen und aufquellen, was zu unerwartetem Druck führt; in Ton können sie klemmen und sich nur schwer vortreiben oder entfernen lassen. In aufgegebenen Grubenbauen zurückgelassene alte Latten können zur Gefahr für spätere Grabungen werden, wenn ihre Lage in Vergessenheit geraten ist.
Lattenarbeit ist arbeitsintensiv und wurde im modernen Tunnelbau teilweise durch Stahlspundwände verdrängt, besonders in tiefen oder langen Strecken, wo hydraulisches Vortreiben schnellere Fortschritte ermöglicht. Allerdings bleiben Holzlatten in flachen Kohlegruben, alten Schieferbrüchen und bei Rettungs- oder Erkundungsarbeiten praktisch, wo Schnelligkeit weniger zählt als Anpassungsfähigkeit. Sie sind einfach zu verändern, zurückzugewinnen und erfordern außer Keilen und Fäustel keine Spezialausrüstung. Die Praxis ist alt genug, dass ihre Etymologie unklar ist; sie könnte vom deutschen Latte oder vom Niederländischen lat stammen, was beide ein dünnes Brett oder eine Latte bedeuten.