LWS
Abkürzung von Living with a star.
LWS: Luftraum teilen mit einem himmlischen Nachbarn
LWS steht für Living with a Star, eine langfristige NASA-Forschungsinitiative zur Erforschung des Sonnenverhaltens und seiner Auswirkungen auf die Erdatmosphäre, das Klima und die Technologieinfrastruktur. Für Flugwerkstatt- und Flugbetriebspersonal ist LWS relevant, weil Sonnenaktivität direkt die Funkausbreitung, die GPS-Genauigkeit und Raumfahrzeugoperationen beeinflusst, die den kommerziellen und militärischen Flugverkehr unterstützen. Das Programm liefert Echtzeit- und Vorhersagedaten über Sonnenwindbedingungen, geomagnetische Stürme und Strahlungsereignisse, die die Avionik-Leistung und Kommunikation beeinträchtigen können.
Die Sonne sendet einen kontinuierlichen Strom geladener Teilchen aus, den Sonnenwind, sowie Plasma- und Strahlungsausbrüche während koronaler Massenauswürfe (CMEs) und Sonneneruptionen. Diese Ereignisse erreichen die Erde in 8 bis 12 Minuten für elektromagnetische Strahlung und in 1 bis 3 Tagen für energiereiche Teilchen. Bei schweren geomagnetischen Stürmen (klassifiziert als G5, die höchste Stufe) können Hochfrequenzfunksysteme vollständig ausfallen, VHF-Kommunikation kann Signalverschlechterung erfahren und Trägheitsnavigationssysteme können Fehler aufbauen. GPS-Satelliten selbst verschlechtern sich unter Strahlung und verursachen Positionsfehler von mehreren Metern.
Flugwerkstatt-Techniker und Flugbetriebszentralen verlassen sich auf Weltraumwetter-Meldungen über Kanäle, die von LWS-Forschung informiert werden. Das National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) Space Weather Prediction Center gibt auf der Grundlage von Echtzeit-Sonnendaten Meldungen und Warnungen aus. Fluggesellschaften, die Polarstrecken betreiben, reagieren besonders empfindlich auf diese Meldungen, weil Flüge in hohen Breiten die Aurorenzone durchqueren, wo geomagnetische Störungen am stärksten sind. Wartungsteams müssen möglicherweise Flugzeuge zur Überprüfung von Navigationssystemen stilllegen oder während vorhergesagter großer Sonnenereignisse zu alternativen Kommunikationsprotokollen wechseln.
Das LWS-Programm finanziert Missionen und bodengestützte Observatorien, die die Sonne kontinuierlich überwachen. Daten fließen in operative Vorhersagesysteme ein, die von Flugaufsichtsbehörden und Betreibern genutzt werden. Das Verständnis langfristiger Sonnenzyklen und die Vorhersage kurzfristiger Weltraumwetterereignisse ermöglichen es der Luftfahrtindustrie, für eingeschränkte Kommunikation zu planen, Ersatzverfahren einzuleiten und kritische Systemwartungen um Perioden höherer Sonnenaktivität zu planen. Die Initiative verbindet grundlegende Sonnenphysik-Forschung mit praktischen Betriebsbeschränkungen in der modernen Luftfahrt.