Lye
Englisch: lye
Eine kurze Nebenbahn, die mit der Hauptstrecke verbunden ist; eine Weiche; ein Ausweichgleis.
Abzweigung: ein Nebengleis, auf das Züge ausweichen oder abgestellt werden können
Eine Abzweigung ist ein kurzer Gleisabschnitt, der vom Hauptgleis abzweigt und es Zügen ermöglicht, auf dieses Gleis zu fahren, ohne den Durchgangsverkehr zu behindern. Sie dient als Ausweichgleis, Abstellgleis oder Verbindung zu Betriebshöfen, Industrieanlagen oder sonstiger Eisenbahninfrastruktur. Die Abzweigung wird durch eine Weiche gesteuert, die einen Zug vom Hauptgleis auf die Abzweigung und wieder zurück leitet.
Abzweigungen unterscheiden sich in Länge und Zweck. Ein kurzes Abzweiggleis kann 60 bis 120 Meter lang sein und dient nur dazu, einen Zug beiseite zu stellen, während ein anderer auf dem Hauptgleis vorbeifährt. Ein längeres Industriegleis kann sich über 300 Meter oder mehr bis zu einem Ladegleis, Bergbaustollen oder Lagerhaus erstrecken. Das Gefälle einer Abzweigung ist üblicherweise flacher als das Hauptgleis, um zu verhindern, dass beladene Wagen wegrollt, und die Gleisgeometrie muss für die Betriebsgeschwindigkeit von Zügen ausgelegt sein, ohne übermäßigen Verschleiß auf der Außenschiene zu verursachen.
Ein Stumpfgleis verbindet sich nur an einem Punkt und wird für Abstellung oder Beladung verwendet; ein Durchgangsgleis verbindet sich an beiden Enden und ermöglicht es einem Zug, von einer Richtung einzufahren und in die entgegengesetzte Richtung auf das Hauptgleis auszufahren. Die Weiche, die den Zugang zur Abzweigung steuert, kann von Hand durch einen Signalwärter bedient, ferngesteuert aus einem Stellwerk oder auf stärker belasteten Strecken elektrisch angetrieben werden. Das Gleis in einer Abzweigung muss auf demselben Standard wie das Hauptgleis instand gehalten werden, um Entgleisungen zu vermeiden, doch Schotter und Schwellen verschleißen dort oft schneller wegen weniger häufiger Kontrolle.
Der Begriff Abzweigung ist vor allem in der britischen und irischen Eisenbahnfachsprache gebräuchlich; nordamerikanische Bahnen bezeichnen dies häufiger als Siding. Die Herkunft des Wortes ist unsicher, erscheint aber in Eisenbahndokumenten des 19. Jahrhunderts. Eine Abzweigung unterscheidet sich von einer Umgehungsstrecke dadurch, dass eine Umgehungsstrecke zwei Zügen ermöglicht, gleichzeitig auf einem eingleisigen Hauptgleis aneinander vorbeizufahren, während eine Abzweigung einfach ein Nebengleis ist, auf dem ein Zug wartet.
Betriebliche Gefahren auf einer Abzweigung sind von Hand betätigte Weichen in falscher Stellung, Behinderung des Hauptgleises durch Wagen, die zu nah an den Weichenzungen stehen, und Bremsausfall auf geneigten Abzweigungen. Abzweigungen sind auch häufig Orte für unbefugten Zugang zu Zügen und Frachtdiebstahl, daher sind Sichtbarkeit und Zaun wichtig für die Sicherheit.