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Luftfahrttechnik

NAT

Abkürzung für North Atlantic Tracks.

NAT: organisierte Luftkorridore über dem Nordatlantik

North Atlantic Tracks sind eine Reihe von Transatlantik-Flugkorridoren, die von den Kontrollzentren Gander Oceanic, Shannon Oceanic und Shanwick Oceanic gemeinsam eingerichtet und verwaltet werden. Sie existieren, weil der Nordatlantik keine Radarabdeckung und nur begrenzte VHF-Funkreichweite hat. Flugzeuge werden daher auf feste Routen mit definierten Separationsregeln organisiert. Statt jedem Flug seinen eigenen Weg zu erlauben, bringt das NAT-System Ordnung in einen ansonsten chaotischen, unkontrollierten Luftraum.

Jeder NAT ist ein Einweg-Korridor, normalerweise 10 Seemeilen breit, der in östlicher oder westlicher Richtung auf bestimmten Flugflächen verläuft. Die Routen verschieben sich mit den Windmustern: Östliche Tracks (East Track Set) sind in den lokalen Morgenstunden verfügbar und nutzen den Jetstream, während westliche Tracks (West Track Set) in Nachmittags- und Abendstunden betrieben werden. Ein typischer Nordatlantik-Flug könnte dem Track Bravo auf Flugfläche 350 folgen, wobei andere Flugzeuge auf der gleichen Route mit Mindestabständen von 10 Minuten oder 50 Seemeilen eingeplant werden. Flugzeugführer reichen Flugpläne ein und fordern bestimmte Tracks und Flugflächen an; die ozeanische Kontrolle weist sie je nach Verfügbarkeit und Treibstoff/Leistung zu.

Bedeutung von NAT für die Wartung

Für Wartungstechniker und Ingenieure schaffen NAT-Operationen spezifische Zulassungs- und Ausrüstungsanforderungen. Flugzeuge müssen UKW-Funk (High Frequency Radio) für ozeanische Kommunikation, Trägheitsreferenzsysteme oder GPS für genaue Positionsmeldungen und CPDLC-Ausrüstung (Controller Pilot Data Link Communications) bei neueren Flugzeugen mitführen. Die Navigationsgenauigkeit ist höher als beim Inlandsflugverkehr: Crews müssen die Spurhaltung innerhalb von 5 Seemeilen aufrechterhalten, was funktionsfähige Navigationssysteme und sorgfältige Vorflugtests verlangt. Ein Mangel an UKW-Funk, INS-Drift oder CPDLC-Kompatibilität kann ein Flugzeug aus dem Transatlantik-Dienst ausmustern.

Die Wartungsplanung rund um NATs ist saisonal. Die Winterrouting unterscheidet sich vom Sommer, weil sich die Position des Jetstreams verschiebt und damit die optimalen Tracks wechseln. Airlines planen große Inspektionen während Übergängen zwischen den Jahreszeiten, wenn bestimmte Flugzeuge außer Betrieb gehen. Die Abstände und Höhenbeschränkungen erzeugen auch Druck beim Dispatch: Ein defekter Höhenmesser oder ein fehlerhafter Transponder können verhindern, dass eine Crew einen bevorzugten NAT und eine Flugfläche anfordert, was zu einer Verspätung oder Umleitung führt, um teure Treibstoffmehrkosten auf einem alternativen Weg zu vermeiden.

Der Begriff NAT wird bereits verwendet, seit sich der organisierte Transatlantik-Flugverkehr in den 1960er und 1970er Jahren ausbreitete. Er unterscheidet sich von CPDLC oder RVSM (Reduced Vertical Separation Minima), obwohl alle drei miteinander verbunden sind: RVSM ermöglicht die engere vertikale Staffelung, die es mehr Flugzeugen erlaubt, NATs effizient zu nutzen. Moderne Entwicklungen umfassen Transition and Initial Approach Procedures (TPAE), die NATs mit europäischem Luftraum verbinden und die Integration zwischen Ozean- und kontinentaler Flugsicherung weiter straffen.

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