nav
Navigation; häufig attributiv verwendet, wie in nav beacon.
Navigation: die Ausrüstung und Praktiken, die Fahrzeuge ans Ziel bringen
Navigation ist die Betriebskurzform für den Prozess und die Ausrüstung zur Positionsbestimmung, Kursermittlung und Routenplanung. Im Transport- und Logistiksektor bezeichnet sie sowohl die Systeme selbst (GPS-Empfänger, Radar, Seekarten, Funkfeuer) als auch das Einzeichnen und Steuern einer Route. Der Begriff spart eine umständliche Erklärung, deshalb hört man ihn ständig: Navigationssystem, Navigationsdaten, Navigationsfehler, Navigationsfunkfeuer.
See- und Luftfahrtbetriebe unterscheiden je nach Verfügbarkeit und Anforderung zwischen verschiedenen Navigationsmethoden. Astronomische Navigation nutzt Sterne und Sonnenbeobachtungen; elektronische Navigation arbeitet mit Funkfeuern, GPS oder Inertialsystemen; visuelle Navigation bedeutet Landmarken erkennen und Karten nutzen. Ein unterwegs befindliches Schiff oder Flugzeug setzt oft kombinierte Navigation ein, wechselt zwischen Methoden oder gleicht sie ab. Der Ausfall von Navigationssystemen ist ein ernsthafter Vorfall, weil Positionsunsicherheit zu Treibstofffehlkalkulationen, verpassten Wegpunkten und Kollisionsrisiko führt.
Navigationsinfrastruktur und Signale
An Land und auf dem Wasser hängt Navigation von einer Infrastruktur ab: Leuchtfeuer, Funktransmitter, GPS-Satelliten und Radarreflektoren. Ein Navigationsfunkfeuer ist eine feste oder schwimmende Markierung (Boje, Leuchttürm, Funktransmitter), die ihre Position oder Eigenschaften ausstrahlt, damit fahrende Schiffe sie als Referenzpunkt nutzen können. Diese Funkfeuer sind in Seekarten und Navigationspublikationen verzeichnet. Für Flugzeuge gehören Navigationshilfen wie VOR-Stationen (sehr hochfrequente omnidirektionale Abstrahlung), NDB-Funkfeuer und Instrumentenlandesysteme dazu.
GPS hat die Navigationsarbeit in den letzten drei Jahrzehnten vereinfacht, ist aber nicht fehlerfrei. Signale werden in manchen Regionen gestört, durch Hochhäuser oder dichtes Blattwerk blockiert und durch atmosphärische Verzerrung beeinträchtigt. Logistikunternehmen halten daher noch Ausweichverfahren vor: Papierkarten, Funkpeilung oder Trägheitsnavigation (die keine externen Signale braucht, aber mit der Zeit abdriftet). Eine Navigationsposition ist eine bestätigte Position, idealerweise aus mehreren unabhängigen Quellen.
Navigationsfehler, Navigationsdrift, Navigationsgenauigkeit: Das sind die Risiken, die Disponenten und Betreiber wach halten. Bei containerisiertem Frachtgut und Massengut können Navigationsfehler Tage zur Fahrtzeit hinzufügen oder schlimmeres verursachen. In der Luftfahrt werden Navigationsfehler penibel erfasst, weil sie zu Höhenabweichungen oder Landebahn-Ausrichtungsfehlern führen. Der Navigationsoffizier oder Wachführer ist für ständige Positionsüberwachung und Kartenarbeit zuständig, eine Aufgabe, die auch auf hochautomatisierten Schiffen und Flugzeugen teilweise manuell bleibt.