Notch
Englisch: notch
Ein Bereich eines Mobiltelefons, der über die Bildschirmkante überlappt und zum Unterbringen einer Kamera, von Sensoren usw. dient, während der Bildschirmplatz maximiert wird.
Notch: die Displayaussparung für die Frontkamera
Eine Notch ist eine rechteckige oder abgerundete Vertiefung oben auf einem Displaypanel, typischerweise bei Smartphones oder Tablets. Sie beherbergt die frontseitige Kamera, den Näherungssensor, den Lichtsensor und das Mikrofon und bewahrt gleichzeitig die nutzbare Bildschirmfläche darunter. Die Notch stellt einen Kompromiss dar zwischen Industriedesign (dünnere Ränder, größere Bildschirme) und der unvermeidbaren technischen Realität, dass eine Kameralinse und ihr Sensor Tiefe und Platz benötigen.
Frühe Smartphonedesigns untergebracht alle Frontsensoren in einem dicken Rand über dem Display. Mit besseren Bildschirm-Gehäuse-Verhältnissen sahen sich Hersteller vor die Wahl gestellt: dickere obere Ränder akzeptieren oder in das Display selbst schneiden. Die Notch kam um 2017 herum auf, um Sensoren und Kamera in diesen ansonsten ungenutzten Eckbereich zu schieben. Unterschiedliche Ausführungen unterscheiden sich in Breite, Tiefe und Form. Manche nutzen ein Tropfenprofil (einzelne schmale Notch nur für die Kamera), während andere eine breitere rechteckige Notch verwenden (Kamera plus mehrere Sensoren). Die Notchbreite liegt typischerweise zwischen 25 mm und 40 mm, abhängig von Linsen- und Sensorkonfiguration.
Aus displaytechnischer Perspektive erfordert eine Notch präzises Maskieren während des LCD- oder OLED-Panel-Ätzprozesses oder in manchen Fällen physisches Abschrägen des Glases vor dem Sensorstack. Das Glas und die Polarisatorschicht müssen sorgfältig um das Kameramodul herumgeführt werden, um Lecklicht oder Sensorflecken zu vermeiden. Das Wärmemanagement wird im Notchbereich enger, da das Kameramodul Wärme in unmittelbarer Nähe zum DisplaySubstrat erzeugt.
Die Notch stellt eine Softwareherausforderung dar: Betriebssysteme müssen festlegen, welche Bildschirmkoordinaten von Anwendungen nutzbar sind. Android und iOS reservieren beide den Notchbereich als nicht zeichnungsfähige Region. Apps mit Vollbildmodi müssen Inhalte entweder mit schwarzen Balken darstellen, um die Notch herumfließen oder benutzerdefinierte Layouts nutzen, um diese tote Zone zu handhaben. Einige Geräte bieten Softwareoptionen zum Verstecken des Notcheffekts durch Verdunkeln der angrenzenden Bildschirmfläche und handeln dabei Displayfläche gegen visuelle Symmetrie ein.
Die Notchadoption erreichte ihren Höhepunkt um 2018 und 2019. Danach gewannen alternative Lösungen an Bedeutung: Punch-Hole-Kameras (kleinere, kreisförmige Aussparungen), unter dem Display integrierte Kameras (Sensoren unter dem Bildschirmmaterial) und seitlich angebrachte Selfiekameras mit Dreh- oder Ausfahrmechanismen. Die Notch bleibt aber Standard auf den meisten Mittelklassegeräten und vielen Flaggschiff-Phones, wo Herstellungskosten und optische Qualität wichtiger sind als Ästhetik.