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Industrieelektronik

NTC

Initiale für Negative Temperature Coefficient (Negativer Temperaturkoeffizient).

NTC: Widerstand, der bei Hitze schwächer wird

Ein NTC-Thermistor ist ein keramischer Halbleiterwiderstand, dessen elektrischer Widerstand mit steigender Temperatur sinkt. Diese umgekehrte Beziehung unterscheidet ihn von einem normalen Widerstand, der über Temperaturbereiche hinweg konstant bleibt. NTC-Bauelemente werden aus gesinterten Metalloxiden hergestellt, typischerweise Mischungen aus Mangan-, Nickel-, Kobalt- und Kupferoxiden, die zu kleinen Perlen, Scheiben oder Stäben gepresst und bei hoher Temperatur gebrannt werden. Das Ergebnis ist ein hochgradig nichtlinearer Temperaturfühler, der seinen Widerstand über einen bescheidenen Temperaturbereich um mehrere Größenordnungen ändern kann.

Der negative Temperaturkoeffizient ergibt sich aus der Physik des Materials: Wenn Wärme Ladungsträger im Halbleitergitter anregt, werden mehr Elektronen beweglich, die Leitfähigkeit steigt und der Widerstand fällt. Dies geschieht schnell in der Nähe des Übergangspunkts des Materials, typischerweise zwischen 30 °C und 100 °C je nach Zusammensetzung. Eine NTC-Perle mit einer Nennleistung von 10 Kilohm bei 25 °C könnte auf 1 Kilohm bei 50 °C sinken, dann auf 100 Ohm bei 100 °C. Diese steile Flanke macht NTC-Thermistoren für Temperaturmessung und thermische Regelung nützlich, aber sie macht sie auch empfindlich gegen Eigenerwärmung: Strom durch das Bauelement erzeugt intern Wärme, die den Widerstand weiter senkt und zu Durchgehen führen kann, wenn sie nicht geregelt wird.

Typische Anwendungen und Grenzen

NTC-Thermistoren finden sich in Temperaturkompensationsschaltungen, thermischen Schutzschaltern und Sensoreingängen von Industriereglern. Eine Wicklungstemperaturüberwachung eines Motors könnte eine NTC-Sonde verwenden, die in die Spule eingebettet ist; ein Strombegrenzer in einem Netzteil könnte eine NTC-Perle in Reihe mit dem AC-Eingang nutzen, um den Einschaltstrom beim Hochfahren zu reduzieren. Sie sind kostengünstig, kompakt und sprechen schnell auf Temperaturänderungen an, aber ihre nichtlineare Kennlinie erfordert Kalibrierung oder Nachschlagetabellen für genaue Messungen. Sie altern und driften auch über die Zeit, besonders unter thermischer Belastung, daher sind sie nicht für Präzisionsmessungen oberhalb von 100 °C oder in Hochvibrations-Umgebungen geeignet.

NTC-Thermistoren sind als Perlen erhältlich (nackt oder beschichtet), in Scheibenform für Oberflächenmontage und als Sondengruppen mit Anschlussdrähten und Schutzgehäuse. Widerstandswerte bei der Referenztemperatur von 25 °C liegen typischerweise zwischen 100 Ohm und 1 Megohm. Der B-Parameter, oft auf Datenblättern aufgeführt, beschreibt die Steigung der Widerstands-Temperatur-Kurve und bestimmt, wie steil der Widerstand sich ändert; typische Werte liegen zwischen 2500 und 5000 Kelvin.

Wo Präzision und Stabilität zählen, werden Platin-Widerstandsthermometer (PRT) oder Thermokoppel bevorzugt. Aber in kostengünstigen Anwendungen, Schutzschaltungen gegen Überhitzung und Systemen, wo schnelle Reaktion und kleine Baugröße wichtiger sind als Genauigkeit, sind NTC-Thermistoren die Standardwahl in der Industrieelektronik.

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