SpracheEnglishDeutsch
Industrieelektronik

Headroom

Englisch: headroom

Fähigkeit eines Systems, laute Töne verzerrungsfrei wiederzugeben; dynamischer Headroom.

Kopfraum: um wie viel lauter, bevor das System zusammenbricht

Kopfraum ist der Abstand zwischen dem aktuellen Betriebspegel und dem maximalen Pegel, bei dem ein System anfängt zu verzerren oder zu clippen. Bei Audioverstärkung wird er in Dezibel über dem normalen Betriebssignal gemessen. Ein 20-W-Verstärker, der mit 15 W läuft, hat 1,25 dB Kopfraum; treibt man ihn auf 19,5 W, schrumpft der Kopfraum auf 0,2 dB. Wenn man die Grenze überschreitet, flachen die Spitzen der Wellenform ab und erzeugen das harte, hörbaren Artefakt namens Clipping.

Das Konzept gilt in der industriellen Elektronik überall dort, wo Signale eine obere Grenze haben. In Netzteilen ist Kopfraum der Spannungsabstand über der geregelten Ausgabe; wird er überschritten, fällt der Regler aus oder schaltet ab. In Datenkonvertern ist Kopfraum der Abstand zwischen der Signalspannung und dem Vollausschlagbereich. In Steuersystemen auf festen Spannungsschienen bestimmt der Kopfraum, wie viel Übersteuerung durch Transienten der Schaltkreis ohne Verriegelung oder Bauteilausfall vertragen kann.

Praktische Kopfraum-Verwaltung

Ingenieure entwerfen Systeme mit reserviertem Kopfraum. Eine typische Mischkonsole arbeitet bei nominal +4 dBu mit 15 bis 20 dB Kopfraum vor der Sättigung der Eingangsstufen. Industrielle Steuerplatinen laufen oft bei 80% der Schienespannung, um Kopfraum für Transienten und Rauschen zu bewahren. Je größer der Kopfraum, desto vergebender das System; je kleiner, desto enger die Toleranz für Signalvariation und desto höher das Risiko von Verzerrung oder Ausfällen unter Spitzenlasten.

Kopfraum wird durch Spitzentransienten verbraucht, nicht durch den Durchschnittssignalpegel. Eine 10-kHz-Rechteckwelle beim Testen eines Verstärkers wird Kopfraum-Grenzen aufdecken, die eine Sinuswelle auf gleichem Effektivwert nicht tut. Echte Lastspitzen in Motorreglern, Einschaltstoßströme in Netzteilen und Burstrauschen in Datenleitungen bedrohen den Kopfraum. Deshalb ist Überdimensionierung von Netzteilen und die Verwendung von Ausgangsstufen, die deutlich über der Nennlast ausgelegt sind, Standardpraxis.

Der Begriff Kopfraum stammt aus der analogen Audioaufnahme, wo die Bandsättigung die praktische Grenze war und Ingenieure davon sprachen, wie viel Pegel sie 'obendrauf' addieren konnten, bevor sie diese Grenze erreichten. Der Begriff wanderte in die breitere Elektronik, weil das zugrunde liegende Prinzip universell ist: Jedes System mit einer maximalen Ausgabe oder Versorgungsbegrenzung muss Reservekapazität bewahren, um Spitzen ohne Ausfallrisiko oder Verzerrung zu verkraften.

Mehr aus Industrial electronics

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.