von der Stange
Englisch: off-the-rack
Konfektioniert; in einer Reihe von Standardgrößen vorgefertigt erhältlich.
von der Stange: werkseitig in festen Größen gefertigt, nicht maßgefertigt
Von der Stange bezeichnet Fertigwaren, die in Voraus in vordefinierten Standardgrößen hergestellt, in Bestand genommen und sofort zum Kauf oder zur Verwendung ohne Änderung bereit sind. In der Fertigung steht dies im starken Gegensatz zu Auftragsfertigung oder Maßanfertigung, bei der Teile erst nach Bestellung nach genauen Kundenmaßen oder Vorgaben gefertigt werden.
Der Begriff stammt aus der Bekleidungsindustrie, wo Kleidung auf Ständern in festen Größen klein, mittel, groß und extra groß hing. In der modernen Fertigung gilt von der Stange über mehrere Branchen hinweg: Wälzlager in ISO-Standardbohrungen, Schaltschränke in den Abmessungen 24 × 36 × 10 Zoll, Hydraulikschlauchgarnituren in gängigen Druckklassen und Längen sowie Befestigungselemente in metrischer oder Zollgewinde. Hersteller fertigen diese Teile in Massenproduktion nach Planungszyklen und verteilen sie über Lager oder direkt ins Regal.
Der Hauptvorteil liegt in Geschwindigkeit und Kosten. Ein Ingenieur kann ein Rillenkugellager 6205-2RS oder einen 40-A-Trennschalter 480 V angeben und erhält es innerhalb von Tagen statt Wochen. Produktionseffekte bei Standardteilen senken die Stückkosten deutlich unter die Kosten für Maßanfertigungen. Die Lagerhaltungskosten werden durch die Nachfragesicherheit und die Möglichkeit, mehrere Kunden aus einem Fertigungsdurchlauf zu bedienen, aufgewogen.
Wo von der Stange an seine Grenzen stößt
Die Beschränkung ist die Starrheit. Benötigt Ihre Anwendung ein Lager 6204, aber Standard-Bestand ist 6205, können Sie nicht einfach die nicht vorhandene Zwischengröße anfragen. Ingenieure müssen entweder die nächstliegende Standardgröße akzeptieren oder die Kosten und Lieferzeit für ein Spezialteile rechtfertigen. Deshalb drücken Konstruktionsrichtlinien für fertigungsgerechte Gestaltung Ingenieure zu Standardabständen: Wellendurchmesser in 5-mm-Schritten, Lochbilder auf 25-mm-Rastern, Leistungsklassen in Vorzugsreihen.
Industrielle Beschaffung beruht darauf, zu erkennen, wann von der Stange passt und wann maßgefertigte oder speziell gefertigte Teile die Kosten rechtfertigen. Eine Produktionsserie von 10.000 Stück kann eine 10-Wochen-Spezialfertigung wirtschaftlich sinnvoll machen. Eine einmalige Anlage greift fast immer auf Standard-Katalogteile zurück. Die Begrifflichkeit ist heute sachlich und praktisch statt abwertend, sie beschreibt einfach das Herstellungsverfahren und das Verfügbarkeitsmodell.