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Maschinenbau

Overdrive

Englisch: overdrive

Ein Übersetzungsverhältnis höher als 1:1, bei dem eine Umdrehung des treibenden Elements mehr als eine Umdrehung des angetriebenen Elements entspricht.

Overdrive: Motor dreht langsamer als die Räder

Ein Overdrive ist eine Getriebestufe, bei der die Ausgangswelle schneller dreht als die Eingangswelle. Im Kraftfahrzeuggetriebe entsteht dies, wenn das Übersetzungsverhältnis unter 1:1 liegt, das heißt eine vollständige Umdrehung der Motorkurbel führt zu mehr als einer Umdrehung der Räder. Ein typisches Overdrive-Verhältnis könnte 0,7:1 oder 0,8:1 sein, wobei der Motor pro Wegstrecke weniger Arbeit leistet.

Der Zweck liegt in der Kraftstoffersparnis und Lärmreduktion bei Autobahnfahrten. Sobald das Fahrzeug Reisegeschwindigkeit erreicht, muss der Motor nicht mehr schnell drehen, um diese Geschwindigkeit zu halten. Overdrive ermöglicht es dem Motor, mit niedrigeren Drehzahlen zu laufen, etwa 2000 U/min statt 3500 U/min bei 105 km/h, was den Kraftstoffverbrauch und den Motorverschleiß senkt. Bei Schaltgetrieben ist Overdrive üblicherweise der höchste Gang (vierter, fünfter oder sechster). Bei Automatikgetrieben ist es ein separater einschaltbarer Modus, der bei Autobahngeschwindigkeit und geringer Gaspedalanforderung eingreift.

Der mechanische Aufbau variiert je nach Getriebetyp. In Schaltgetrieben nutzt Overdrive ein kleineres Ritzel an der Ausgangswelle, das in ein größeres Zahnrad auf der Motorseite eingreift, oder eine Planetenbaugruppe. In Automatikgetrieben beinhaltet Overdrive typischerweise einen sperrenden Stromwandler und eine zusammengesetzte Planetenradsatz, die das Verhältnis erzeugt. Manche Fahrzeuge nutzen ein separates, an die Getriebeausgangswelle angeflanschtes Planetengetriebe, das der Fahrer einschalten oder ein elektronisches System steuern kann.

Typische Ausfallarten und Grenzen

Overdrive wird zur Last bei steilen Hügeln oder beim Schleppen, weil der Motor bei niedrigen Drehzahlen nicht genug Drehmoment aufbringt, um die Geschwindigkeit ohne Herunterschalten zu halten. Moderne Automatikgetriebe erkennen die Belastung und schalten Overdrive automatisch ab. Motorenklopfen und unzureichende Leistungsabgabe sind Zeichen dafür, dass Overdrive für die Fahrbedingungen ungeeignet ist. Der Begriff entstand, weil das angetriebene Element buchstäblich schneller dreht als bei Standard-Direktantrieb (1:1), was die übliche Kraftverstärkungsrolle von Zahnrädern umkehrt.

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