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Maschinenbau

oberer Totpunkt

Englisch: top dead center

Referenzmarkierung auf einem Schwungrad und Motorblock, die anzeigt, wenn sich der Motor in dieser Position befindet.

Oberer Totpunkt: Die Position, in der der Kolben seinen höchsten Punkt erreicht

Der obere Totpunkt, kurz OT, ist die Position, in der ein Kolben seine maximale Höhe im Zylinder erreicht, bevor er die Richtung umkehrt. In diesem Moment stoppt der Kolben momentan; Pleuelstange und Kurbelwelle sind momentan vertikal ausgerichtet. Bei einem Viertaktmotor tritt OT zweimal pro Zyklus auf: einmal am Ende des Kompressionstakts (der kritische Punkt für die Zündverzögerung) und erneut am Ende des Auspufftakts.

Die Bestimmung von OT erfordert eine Markierung auf der Kurbelwelle oder dem Schwungrad, die in die rotierende Masse eingraviert oder eingegossen ist. Der Motorblock oder der Zylinderkopf trägt eine entsprechende stationäre Markierungslinie oder Bezugsmarke. Wenn diese beiden Markierungen übereinstimmen, befindest du dich am OT. Manche Motoren haben Gradmarkierungen rund um den Umfang des Schwungrads, in 5er- oder 10er-Grad-Abstufungen vor und nach OT eingeteilt, was Fachleuten ermöglicht, die Zündverzögerung oder die Ventilsteuerung präzise einzustellen.

OT ist wichtig, weil die Zündverzögerung relativ dazu definiert ist. Zündkerzen zünden bei einer bestimmten Anzahl von Graden vor OT im Arbeitstakt, typischerweise 10 bis 40 Grad je nach Motorauslegung und Last. Ebenso öffnen und schließen sich Ein- und Auslassventile an spezifischen Positionen relativ zum OT. Eine Fehlzündung dieser Ereignisse reduziert die Leistung, erhöht die Emissionen und riskiert Motorschäden. Der Kolben-zu-Ventil-Abstand wird auch am OT des Kompressionstakts überprüft, da dies der Punkt maximalen Ventilhubes und minimalen Abstands ist.

Mechaniker lokalisieren OT, indem sie den Motor von Hand oder mit einem Anlassmotor drehen, während sie die Markierungslinie und die Schwungradmarke beobachten. Bei Motoren mit Direkteinspritzung oder Vergaser ist OT die einzige zuverlässige Referenz zum Einstellen der Zündverzögerung mit einer Stroboskoplupe. Eine Stroboskoplupe wird durch die Zündkerze oder Zündspule des Zylinders Nr. 1 ausgelöst; wenn die Stroboskopfrequenz mit der Motordrehzahl übereinstimmt, erscheinen die Markierungen stationär, was zeigt, ob die Zündung der gewünschten Position voraus- oder nacheilend ist.

Der Name spiegelt die physikalische Realität wider: Der Kolben ist am oberen Ende seines Hubs, und die Kurbelwelle befindet sich an einem Totpunkt, das heißt bei Nullgeschwindigkeit. Die entgegengesetzte Position, wenn sich der Kolben am unteren Ende des Zylinders befindet, ist der untere Totpunkt oder UT. Weder eine Position noch die andere erzeugt Bewegung; alle Kraft und der mechanische Vorteil entstehen zwischen ihnen.

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