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Optik und Bildgebung

Überfokussierung

Englisch: overfogged

Mit einem Brennpunkt, der vor der Netzhaut oder vor dem Auge des Beobachters liegt; kurzsichtig.

Überfokal: zu nah an der Linse fokussiert

Ein optisches System ist überfokussiert, wenn sein Brennpunkt vor der Bildebene, dem Sensor oder der Netzhaut liegt, statt direkt darauf. Bei einer Kamera oder einem Mikroskop bedeutet das, dass der Lichtkegel bereits vor dem Film oder dem Detektor zusammenläuft und ein unscharfes Bild erzeugt. Der Begriff gilt ebenso für das Auge selbst, wenn es kurzsichtig ist: Licht von entfernten Objekten fokussiert vor der Netzhaut, was eine Korrektur durch negative (zerstreuende) Linsen erfordert, um den Brennpunkt an die richtige Stelle zurückzubewegen.

Überfokalität entsteht, weil die optische Wegstrecke durch das System zu kurz ist im Verhältnis zur Brechkraft der Linsenelement. Bei einer Kamera resultiert es aus Fertigungstoleranzen im Linsenabstand, thermischer Ausdehnung des Gehäuses oder falscher Montage. In der Mikroskopie kann es passieren, wenn das Präparat zu nah am Objektiv angebracht ist oder das Objektiv mechanisch verschoben ist. Das Problem verschärft sich bei höheren Vergrößerungen, wo die Schärfentiefe schrumpft und Fehlausrichtungen sofort sichtbar werden.

Erkennung und Behebung

Das deutlichste Zeichen ist progressive Unschärfe, die nicht durch Fokussieren in die andere Richtung behoben werden kann. Bei manueller Fokussierung wird durch Drehen des Fokusrings zum Beobachter hin das Bild schärfer, bis der Brennpunkt mit der Bildebene ausrichtet. Bei Autofocus-Systemen kann Überfokalität zu Hunting führen, wobei der Motor ohne Sperrung oszilliert. Dauerhafte Lösungen erfordern mechanische Anpassung, Shimwechsel oder Linsenneukalibrierung durch einen Techniker.

Die entgegengesetzte Situation, Unterfokalität, setzt den Brennpunkt hinter die Bildebene und wird durch Fokussieren weg vom Beobachter korrigiert. Beide Begriffe erscheinen am häufigsten in Fachliteratur zur Präzisionsoptik, in Wartungshandbüchern für Mikroskope und in Reparaturunterlagen für fotografische Geräte. Zu erkennen, ob ein Bild überfokussiert oder unterfokussiert ist, ist wesentlich bei der Diagnose optischer Mängel, da das Lösungsvorgehen in jedem Fall entgegengesetzt ist.

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