Paddelschalter
Englisch: paddle shifter
Ein Paar Paddel am Lenkrad eines Hochleistungsmotorwagens, das Schaltvorgänge mit einer Bewegung nach oben oder unten ermöglicht, ohne die Kupplung zu betätigen. Dies ist eine Form des sequenziellen Schaltgetriebes.
Schaltwippen: manuelle Gänge ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen
Eine Schaltwippe ist ein Hebel hinter den Speichen des Lenkrads, meist einer auf jeder Seite, mit dem der Fahrer die Gänge wechseln kann, ohne die Hände zu bewegen oder ein Kupplungspedal zu betätigen. Den rechten Hebel zu dir ziehen zum Hochschalten, den linken Hebel von dir weg drücken zum Herunterschalten. Das System unterbricht elektronisch die Motordrehmomentabgabe, um Gangwechsel in Millisekunden zu ermöglichen. So kann der Fahrer beide Hände während der Kurvenfahrt am Lenkrad behalten.
Schaltwippen sitzen an Automatikgetrieben mit Handschaltmodus, typischerweise Doppelkupplungsgetrieben (DCT) oder Drehmomentwandler-Automatiken mit adaptiver Software. Bei DCT-Systemen findet der Gangwechsel an einer zweiten Kupplung statt, während der aktuelle Gang das Auto noch antreibt. Der Übergang ist daher nahezu nahtlos. Herkömmliche Automatiken benötigen etwas länger, arbeiten aber nach dem gleichen Prinzip: Der Motor kürzt kurzzeitig die Kraftstoffzufuhr ab, das Getriebe trennt den aktuellen Gang, wählt den nächsten und kuppelt wieder ein, alles ohne Fahrereingabe an der Kupplung.
Die Schaltwippen wurden in den frühen 2000er-Jahren in Hochleistungsfahrzeugen verbreitet. Porsche, Ferrari und BMW führten sie ein, um dem Fahrer haptisches Feedback beim Beschleunigen zu geben und dabei die Automatikvorteile im Stadtverkehr zu bewahren. Heute findet man sie an Sportwagen der mittleren Klasse und einigen Luxuslimousinen. Manche Systeme erlauben vollständige Handbetätigung, andere schalten automatisch zurück, wenn der Fahrer für eine bestimmte Zeit nicht schaltet oder das Gaspedal über einen bestimmten Punkt hinaus hält.
Praktische Grenzen
Schaltwippen können einen Motor nicht vor Überziehen bewahren, wenn der Fahrer bei hoher Geschwindigkeit einen zu niedrigen Gang wählt. Die meisten Systeme haben Drehzahlbegrenzer oder weigern sich, herunter zu schalten, wenn dies die Engine über eine sichere Drehzahl treiben würde. Wenn das Fahrzeug stillsteht oder unter der Mindestgeschwindigkeit für einen Gang rollt, ignorieren viele Systeme einfach den Herunterschalten-Befehl, statt ein ruckartiges oder schädigendes Einrücken zuzulassen.
Der Begriff "Schaltwippe" stammt von Form und Bewegung des Hebels, der dem Eintauchen oder Ziehen eines Paddels ähnelt. Die Wippen bestehen meist aus Kohlefaser, Aluminium oder Kunststoff und bewegen sich nur um wenige Zentimeter. Sie betreiben das Getriebe nicht mechanisch. Ein Schalter darunter registriert den Befehl und sendet ein Signal an das Getriebesteuermodul. Verschlissene Schalter oder korrodierte Stecker sind die häufigsten Ausfallstellen und führen zu verzögerten Schaltungen oder Schaltausfällen.