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Glas und Keramik

Pâte de verre

Englisch: pâte de verre

Verfahren, bei dem feingemahlenes Glas, Farbstoffe und Bindemittel in eine Form gegeben und im Ofen gebrannt werden.

Glaspaste: Zerstoßenes Glas in feste Form gegossen

Glaspaste ist ein Gießverfahren, bei dem Glaspulver, Farbstoffe und ein vorübergehender Bindemittel verwendet werden, um durchgehend glasartige Objekte herzustellen, ohne dass Schmelzen oder Blasen erforderlich ist. Das Verfahren beginnt mit dem Zerkleinern von Glas zu Pulver oder kleinen Körnern, typischerweise zwischen 80 und 400 Mesh Körnung je nach gewünschter Oberflächengüte. Das Glaspulver wird mit feingemahlenen Farbstoffen wie Kobaltoxid, Mangan oder Chromoxid vermischt und dann mit einem Bindemittel wie Gummi arabicum oder Tonwasser kombiniert, um eine teigähnliche Konsistenz zu erreichen. Die Mischung wird in eine feuerfeste Form gepresst, zum Abbinden stehen gelassen und dann in einem Ofen bei Temperaturen zwischen 700 und 900 Grad Celsius gebrannt, wobei die Glasteilchen erweichen und verschmelzen, während das Bindemittel abbrennt.

Das Verfahren erzeugt Objekte mit einer charakteristisch dichten, undurchsichtigen oder halbtransparenten Oberfläche, ganz anders als geblasenes oder gegossenes klares Glas. Dekorative Gefäße, Fliesen, Schmuck und Bauelemente sind häufige Anwendungen. Farbabstufungen sind möglich, indem verschiedenfarbige Glaspulver schichtweise in die Form eingefüllt werden, bevor sie gebrannt wird. Das Verfahren toleriert Verunreinigungen und recyceltes Glas besser als viele andere Glasarbeitstechniken, was es sowohl für Werkstatt- als auch für industrielle Fertigung wirtschaftlich macht. Der Schwund beim Brennen liegt normalerweise zwischen 10 und 15 Prozent, daher müssen die Formen entsprechend größer ausgelegt werden.

Die Korngröße des Glaspulvers beeinflusst unmittelbar die Endoberfläche: grobe Körner hinterlassen eine strukturierte, sichtbare Körnung; feines Pulver ergibt glattere Ergebnisse. Manche Handwerker verwenden ein zweistufiges Brennverfahren, bei dem das Glas zuerst bei niedriger Temperatur verschmilzt und dann bei höherer Temperatur abhärtet für mehr Festigkeit. Blasenbildung ist ein häufiger Mangel, verursacht durch eingeschlossene Luft oder Feuchtigkeit; Vakuumguss oder sorgfältiges Verdichten reduziert das. Unvollständiges Verschmelzen kann schwache Stellen hinterlassen, wenn die Brenntemperatur zu niedrig oder die Haltedauer zu kurz ist.

Der Begriff "Glaspaste" ist französischen Ursprungs und bedeutet "pâte de verre". Das Verfahren wurde in der europäischen Kunsthandwerk ab dem späten 19. Jahrhundert bekannt, obwohl römische Glaser ähnliche Methoden bereits in der Antike anwendeten. Die Industrieproduktion nutzt diese Methode für Laborglasgeräte, Industriekomponenten und bestimmte zahnmedizinische Materialien. Das Verfahren liegt zwischen traditionellem Kiln-Casting und zeitgenössischer Glasskulptur und bietet feinen Detail- und Farbkontrolle ohne die Ausrüstungsanforderungen eines Glasofens.

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