photovisuell
Englisch: photovisual
Von bestimmten achromatischen Linsen gesagt: Brennpunkt für die aktinischen und die hellsten visuellen Strahlen identisch.
Photovisual: Linse, die UV- und sichtbares Licht gemeinsam fokussiert
Eine Photovisual-Linse ist ein achromatisches Dublett, das so korrigiert ist, dass ultraviolette actinic rays und die hellsten visuellen Wellenlängen (um 555 Nanometer, wo das menschliche Auge am empfindlichsten ist) im gleichen Brennpunkt zusammenlaufen. Diese Korrektur ist wichtig, weil gewöhnliche achromatische Linsen, die darauf ausgelegt sind, rotes und blaues sichtbares Licht zusammen zu fokussieren, ultraviolette Strahlung in einer anderen Brennweite belassen. Für fotografische und photometrische Arbeiten führt diese Abweichung dazu, dass die Bildebene für UV-empfindliche Filme oder Sensoren außer Register mit dem sichtbaren Bild liegt.
Das Problem entsteht, weil actinic radiation (hauptsächlich 365 Nanometer in den meisten Laboraufbauten) eine kürzere Wellenlänge hat als sichtbares blaues Licht, und gewöhnliche Crown-Flint-Dublette diese Trennung nicht korrigieren. Eine Photovisual-Linse nutzt ein Flintglas mit höherem Brechungsindex oder eine spezialisierte Kittschicht, um die UV-Strahlen stärker zu brechen und sie mit dem sichtbaren Licht in der gleichen konjugierten Entfernung zur Deckung zu bringen. Das Ergebnis ist eine Linse mit verringerter chromatischer Aberration über ein breiteres Spektrum als ein Standard-Achromat.
Einsatzgebiet von Photovisual-Linsen
Photovisual-Korrektionen treten am häufigsten in optischen Systemen für Prozesskontrolle und wissenschaftliche Messung auf: Kopiermaschinen, ultraviolette Photomicrographie, Spektral-Densitometer und Qualitätssicherungskameras in der Druck- und Elektronikindustrie. Sie sind weniger verbreitet in der allgemeinen kommerziellen Optik, da die meisten alltäglichen Abbildungsaufgaben nur eine Sichtlicht-Korrektur benötigen. Jedes System, das UV-Belichtung und sichtbares Licht gleichzeitig registrieren oder beide ausgerichtet erfassen muss, profitiert jedoch von diesem Design.
Der Name selbst spiegelt den dualen Zweck wider: Die Linse funktioniert gleich gut für Photo-Arbeiten (lichtemfindlich, actinic) und für visuelle Beobachtung (menschliches Auge oder Sensor im sichtbaren Spektrum). Dies steht im Gegensatz zur älteren Unterscheidung zwischen Fotografie-Linsen (optimiert für Filmempfindlichkeit) und visuellen Linsen (optimiert für Augenempfindlichkeit). Eine echte Photovisual-Linse hebt diese Unterscheidung über die UV-sichtbare Grenze auf.
Spezifikationen für Photovisual-Linsen werden typischerweise als Brennweite und maximale Blende angegeben, wobei die Korrektur als gültig für eine definierte UV-Wellenlänge (oft 365 nm) und eine definierte visuelle Wellenlänge (oft 546 nm oder 555 nm) vermerkt ist. Wie alle Achromatten zeigen sie immer noch einen gewissen Restnomi-chromatismus an den Spektrumrändern, aber die actinic-visuelle Übereinstimmung ist innerhalb der Fertigungstoleranz exakt.