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Maschinenbau

Kolben

Englisch: piston

Fester Zylinder, der in einen hohlen Zylinder passt und sich unter Druck bewegt (wie in einem Motor) oder Flüssigkeit verdrängt (wie in einer Pumpe).

Kolben: der Schieber, der Druck in Bewegung umsetzt

Ein Kolben ist ein massives, zylindrisches oder scheibenförmiges Bauteil, das in einer Bohrung gleitet, durch Ringe abgedichtet wird und Kraft zwischen einem Fluid oder Gas und einer mechanischen Kopplung überträgt. In einem Verbrennungsmotor wandelt er den Druck der brennenden Ladung in lineare Bewegung um; in einem Hydraulikzylinder bewegt er sich unter Einwirkung von Druckflüssigkeit; in einem Verdichter oder einer Pumpe presst er Fluid oder Gas von einer Kammer in die andere. Der Kolben ist stets das aktive Element, das heißt, Druck wirkt auf ihn ein, nicht umgekehrt.

Motorkolben werden typischerweise aus Aluminium-Legierungen gegossen oder geschmiedet, wiegen je nach Bohrungsdurchmesser 300 bis 900 Gramm und erreichen Geschwindigkeiten von über 20 Metern pro Sekunde bei hochdrehenden Anwendungen. Sie sitzen in einer Stahl- oder Gusseisenbohrung, dem sogenannten Zylinder, der oben flache Nuten für Kolbenringe trägt: einen oder zwei Kompressionringe, die den Verbrennungsdruck abdichten, und einen Ölabstreifrring, der überschüssiges Schmiermittel von der Bohrungswand abschabt. Die Bolzenverbindung zwischen Kolben und Pleuelstange ist die kritische Gelenkstelle; jeder Verschleiß oder Versatz hier reduziert den Wirkungsgrad und erzeugt Geräusche.

Hydraulik- und Pneumatikkolben arbeiten unter anderen Bedingungen. Ein Hydraulikkolben in einem Zylinder kann Dauerdrücke von 210 bis 350 bar aushalten und bleibt nahezu stillstehen, während er eine Last unendlich lange hält; ein Pneumatikkolben arbeitet typischerweise bei 6 bis 10 bar und ist eher auf Geschwindigkeit als auf Lasthaltung ausgelegt. Beide müssen sehr enge Toleranzen einhalten, üblicherweise zwischen 0,01 und 0,05 Millimetern, um innere Leckagen zu vermeiden, die den Wirkungsgrad beeinträchtigen. Die Abdichtung wird durch Kolbenringe oder bei kleineren oder langsameren Anwendungen durch Elastomer-Dichtungen erreicht, die sich an kleine Oberflächenunebenheiten anpassen.

Ausfallarten und Wartung

Kolbenausfälle im Motor entstehen meist durch gerissene Ringe, Verschleiß am Kolbenboden durch Lagerverschleiß im Pleuel oder thermische Risse, wenn die Verbrennungstemperatur die Auslegungsgrenze überschreitet. Scuffing, bei dem die Kolbenoberfläche mikroskopisch mit der Bohrung verschweißt, tritt auf, wenn der Ölfilm unter extremem Druck oder hoher Temperatur zusammenbricht. Verschleiß bei Hydraulikkolben zeigt sich als innere Leckage, ein schleichender Druckverlust im Zylinder; abhilfe schafft Dichtungswechsel oder Honnen der Bohrung, um die Oberflächengüte wiederherzustellen. Korrosion in der Bohrung, häufig bei ungenutzten Maschinen oder schlechter Lagerung, raue die Kolbenoberfläche auf und zwingt zu Austausch.

Das Wort Kolben stammt aus dem Italienischen pistola, ursprünglich eine kleine Feuerwaffe, und wurde im 17. Jahrhundert in die mechanische Fachsprache übernommen; die Verbindung zwischen der Sprengkraft von Schießpulver und der plötzlichen Kraft von Druckgas gab dem Wort früh Halt. Heute bleibt Kolbentechnik hochspezialisiert: Motorkolben sind auf Gewicht und Wärmedehnung optimiert; Schiffskolben in Großdieseln prioritären Dauerhaltbarkeit; Verdichterkolben verzichten auf Oberflächengüte für Korrosionsbeständigkeit. Das Betriebsprofil und die Druckauslegung eines Kolbens zu kennen ist wesentlich, bevor man einen Ersatz wählt oder schlechten Lauf diagnostiziert.

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