Bruchgrenze
Englisch: breaking point
Punkt, an dem die zunehmende Spannung in einem Material zu dessen Bruch führt.
Bruchpunkt: wo das Material endet und der Bruch beginnt
Der Bruchpunkt ist die maximale Zugspannung, die ein Material aushalten kann, bevor es dauerhaft bricht. Bei einem Zugversuch dehnt sich das Material mit steigender Last zunächst elastisch, dann plastisch und trennt sich schließlich plötzlich in zwei Teile. Der Bruchpunkt ist diese letzte Grenze, gemessen in Megapascal (MPa) oder Pfund pro Quadratzoll (psi), jenseits derer kein Material mehr zusammenhält.
Ingenieure unterscheiden zwischen der Streckgrenze, wo plastische Verformung beginnt, und dem Bruchpunkt, der nach dem Einschnüren kommt. Ein Stahlmuster kann bei 250 MPa fließen, unter steigender Last weiter dehnen und dann bei 400 MPa brechen. Spröde Werkstoffe wie Gusseisen zeigen kaum plastische Verformung; ihr Bruchpunkt tritt fast unmittelbar nach der Streckgrenze auf. Duktile Werkstoffe wie geglühtes Kupfer können sich erheblich dehnen, bevor sie brechen, was den Bruchpunkt zu einer großzügigeren Gestaltungsmarge macht.
Praktische Bedeutung in der Konstruktion
Der Bruchpunkt bestimmt die zulässige maximale Spannung für ein Bauteil im Betrieb. Ein Bolzen mit einer Zugfestigkeit von 800 MPa hat dort seinen Bruchpunkt, aber Ingenieure legen einen Sicherheitsfaktor an, üblicherweise 2 bis 4, je nachdem ob ein Ausfall katastrophal oder nur lästig ist. Ein Anschlagpunkt darf nicht brechen; ein dekoratives Scharnier kann sich ein wenig dehnen. Der Bruchpunkt zeigt auch, wie ein Material verarbeitet wurde: ein verfestigter Stahlstab bricht bei höherer Spannung als der gleiche Stahl in geglühtem Zustand.Der echte Bruch ist unordentlicher als Lehrbuchdefinitionen. Ermüdungslasten, Korrosion, Spannungskonzentrationen an Kerben und Temperaturänderungen senken den tatsächlichen Bruchpunkt unter das, was ein einzelner statischer Versuch vorhersagt. Ein Niet, der im Labor sauber bei 500 MPa bricht, kann nach Jahren von Vibration bei 300 MPa reißen. Materialdatenblätter geben nominale Bruchpunkte an; Bedingungen vor Ort erfordern Kontrolle und Sicherheitsmarge.
Der Begriff hat Fachjargon hervorbracht: Bruchfestigkeit, Bruchlast, Zugfestigkeit beim Bruch. Technisch beziehen sich diese auf denselben Moment, obwohl einige zwischen Dehnung beim Bruch (wie viel es sich gedehnt hat) und dem Spannungsniveau bei dieser Dehnung unterscheiden. Der Bruchpunkt sitzt am Ende der Spannungs-Dehnungs-Kurve, jenseits des Plateaus der ultimativen Zugfestigkeit, und markiert die irreversible Trennung des Materials in Bruchstücke.