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Bauwesen

Pfostenbau

Englisch: post and lintel

Grundlegende Konstruktionsmethode, bei der starke horizontale Elemente (Balken) von vertikalen Elementen (Pfosten oder Säulen) gestützt werden.

Pfosten und Sturz: vertikale Stützen tragen horizontale Spannweiten

Pfosten und Sturz ist das einfachste Tragwerk im Bauwesen: vertikale Säulen oder Pfosten tragen horizontale Balken, sogenannte Stürze, über die Spanne zwischen ihnen. Die Pfosten tragen die Last des Sturzes und alles, was darüber liegt; der Sturz überbrückt die Öffnung und leitet diese Last auf die Pfosten an jedem Ende ab. Dies ist eine direkte, nachvollziehbare Form der Traglogik, die seit der Antike verwendet wird, von griechischen Tempeln mit Steinsäulen bis zu modernen Holzrahmenhäusern.

Die Spannweite zwischen den Pfosten ist die entscheidende Dimension. Ein Sturz muss tief genug sein und aus Material bestehen, das stark genug ist, um über seine Spannweite einer Durchbiegung Widerstand zu leisten, ohne sich übermäßig zu verformen. Holzstürze, typisch im Wohnungsbau, können je nach Last und Holzgüte 2 bis 3,5 Meter überbrücken. Stahlträger oder Stahlbeton können viel weitere Spannweiten erreichen, teilweise 9 Meter oder mehr, weil sie eine höhere Biegefestigkeit haben. Steinerne Stürze, verwendet in Mauerwerksbauten, sind steif, aber spröde und brechen plötzlich bei konzentrierter Last; sie überbrücken typischerweise nur 1,5 bis 2,5 Meter, bevor das Bruchrisiko unakzeptabel wird.

Wo das System an seine Grenzen stößt

Pfosten und Sturz verschwenden Innenraum, weil Pfosten in regelmäßigen Abständen angeordnet werden müssen, um den Sturz zu tragen. Ein Grundriss mit vielen Säulen lässt sich schwerer planen und vermieten. Deshalb haben Tragsysteme mit Bögen, Dachbindern oder momentsteifen Verbindungen das reine Pfosten-Sturz-System bei großen Gebäuden verdrängt; sie ermöglichen größere Spannweiten mit weniger inneren Stützen. Pfosten und Sturz bleibt aber das Standard-System für kleine Gebäude und lässt sich leicht verstehen, prüfen und instand setzen, weil jede Tragwirkung sichtbar ist.

Die älteste Variante ist tragendes Mauerwerk: massive Wände aus Ziegel oder Stein wirken als Pfosten, und Stein- oder Holzstürze verlaufen horizontal über Öffnungen wie Türen und Fenster. Dieses System ist immer noch im Sanierungsbereich verbreitet und wird wegen der thermischen Speichermasse und Dauerhaftigkeit geschätzt, obwohl es schwerer ist und dickere Wände verlangt als moderne Alternativen. Modernes Pfosten-Sturz-System nutzt typischerweise Holzständer im Leichtbau oder Stahl- bzw. Betonpfosten in Gewerbebauten.

Häufige Schadensbilder sind Sturzdurchhang (Durchbiegung unter Last, die Risse im Putz verursacht oder Türen klemmen lässt), Fäulnis von Holzstürzen bei schlecht abgedichteten Fensteröffnungen, Korrosion von Stahlstürzen durch Wasserkontakt und Überbelastung eines Sturzes, der für eine leichtere Last ausgelegt war, bevor bei einer Sanierung tragende Wände entfernt wurden. Holzstürze sollten bei Inspektionen auf Feuchtigkeit und Insektenschäden überprüft werden; Stahlstürze benötigen Anstrich oder einen anderen Schutz gegen Rost.

Der Begriff ist selbsterklärend: ein Pfosten ist eine vertikale Stütze, und ein Sturz (aus dem Altfranzösischen und Lateinischen, bedeutet Schwelle oder Balken) ist das horizontale Bauteil über einer Öffnung. In der Mauerwerk-Terminologie ist der Sturz speziell der Balken, der eine Tür- oder Fensteröffnung in einer Wand überbrückt; der Begriff betont seine Rolle, das Wandgewicht um diese Leere zu tragen, statt auf die generische Tragfunktion des Sturzes hinzuweisen.

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